Der Frühling klopft leise an. Worauf freuen Sie sich besonders?

Auf das Erwachen der Natur, es grünt und blüht und endlich kommen auch wieder tolle Blumen ins Haus. Ich mag den Frühling sehr – er lässt mich vom Sommer träumen.

Sie sind leidenschaftlicher Gärtner – wie macht sich das bemerkbar?

In vielen Dingen. Ich sehe das Jahr immer auch aus dem Gartenaspekt. Im Winter kann man sich diesbezüglich ein wenig entspannen, aber im Frühjahr geht es gleich wieder los. Ich kenne mich in puncto Garten sehr gut aus und weiß auch, wann ich was tun muss.

Sind Sie auch selbst im Einsatz?

Natürlich! Da ich große Gärten habe, bin ich am Wochenende immer bei der Gartenarbeit. Dabei kann ich abschalten und es bringt mir eine große Erholung. Ich habe großes Glück, dass ich zwei grüne Hände habe.

Haben Sie ein bestimmtes Gartenmotto?

Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage und bringt etwas, das in unserer Zeit sehr selten und wertvoll geworden ist: Ruhezeit und Zuwendung. Das ist auch so ein bisschen mein Gartenmotto: Ich mag im Garten die Kontemplation, die stillen Momente und eine gute Kombination von Hell und Dunkel, ich mag es, Dinge wachsen zu sehen. Zudem zeigt einem der Garten die Vergänglichkeit des Lebens – ein Garten gibt mehr zurück, als man ihm gibt. Auch deshalb liebe ich es so, meine Zeit dort zu verbringen.

Wie pflegen Sie Ihren Garten?

Ich mähe, dünge, mulche und schneide radikal, wenn es sein muss – radikaler Schnitt, guter Wuchs (lacht)! Frank und ich machen alles selbst. Außer der Teichpflege, die überlasse ich lieber einem Profi.

Was darf in keinem Garten fehlen?

Teile meiner neuen Kollektion (lacht).

Was nützt ein perfekter Garten, wenn es drinnen nicht gemütlich ist. Was sollte in keinem Wohnraum fehlen?

Dinge, die gut gemacht sind und Zukunft haben. Keine Störer. Die Dinge müssen passen, eine Gemütlichkeit schaffen und dadurch ein Zuhausegefühl auslösen. Man sollte Möbel, Dekoration und einfach alles im Zuhause persönlich auswählen.

Worauf kommt es bei der Inneneinrichtung an?

Man muss immer schauen, wer dort wohnt und wie die Gegebenheiten sind – klein, groß, wo ist das Licht, wo sind die Fenster, wo die Türen? Dann muss man in sich hineinhorchen und herausbekommen, ob man eher pingelig ist oder doch chaotisch. Wer sehr ordentlich ist, kann ein paar mehr Accessoires vertragen als jemand, der noch nie ein Staubtuch in die Hand genommen hat. Für solche Menschen ist weniger mehr, weil es sonst schnell schmuddelig wirkt.

Welcher ist Ihr Lieblingsraum im Haus und warum?

Der Raum, in dem ich mich gerade aufhalte. Wenn das Bad nicht meins ist, würde ich es ändern. Und genauso verhält es sich auch mit allen anderen Räumen. Also kann ich das nur so beantworten: Alles ist mein Lieblingsraum.

Das Wohnzimmer ist der Mittelpunkt jedes Hauses/jeder Wohnung – welches It-Peace gehört in den Living Room?

Ein gutes Sofa, auf dem man Platz findet, und sicher auch ein schöner Sessel, auf dem man ein Buch lesen oder einfach entspannen kann. Meine Empfehlung ist auch, nicht immer alles auf den Fernseher auszurichten. Manchmal gibt es dem Wohnzimmer schon viel mehr, einfach mal das Sofa umzustellen – probieren Sie es mal aus.

6 Tipps von Guido Maria Kretschmer

Bitte geben Sie unseren Lesern 6 Tipps, wie Sie ihr Zuhause gemütlicher/individueller gestalten.

  1. Gute Bestandsaufnahme: Wer wohnt da, wie viel Quadratmeter gibt es und wo sind die Fenster?
  2. Einrichten, in dem man sich reinsetzt. So findet man besser heraus, wo das Sofa oder der Sessel stehen sollte. Es muss nicht immer dort stehen, wo es schon die letzten 20 Jahre stand.
  3. Ein gutes Farb- und Musterkonzept, also schauen, wo macht was Sinn und wirkt.
  4. Wie viel Firlefanz brauche ich, um mich wohlzufühlen. Alles andere kann weg.
  5. Eine gute Beleuchtung ist sehr wichtig. Eine indirekte Beleuchtung wirkt oft um einiges gemütlicher als der Deckenfluter.
  6. Textilien einbeziehen. Sie nehmen Schall, wirken kuschelig und man sollte auch mal wieder an eine tolle Gardine denken.