Wann und wie haben Sie Ihre Leidenschaft zum Grillen entdeckt?

Meine Leidenschaft zum Grillen habe ich vor etwa 15 Jahren entdeckt. Gegrillt habe ich natürlich auch in meiner Jugend. Aber seit 15 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit dem Grillen.

Was ist Ihre persönliche Grillphilosophie?

Grillen ist weit mehr, als nur Fleisch auf den heißen Rost zu legen.   

Ihre Gerichte haben Namen wie „Wutze-Wampe vom Brennwagen“ und „Fledermausflügerl“. Hört sich jetzt nicht besonders lecker an, ist es aber bestimmt. Was hat es denn damit auf sich?

Die Wutze-Wampe ist ein Dry-Aged-Schweinebauch, den ich mit meinem Kollegen Heiko Brath für seine Metzgerei entwickelt habe. Und das Fledermausflügerl ist ein halbes Kachelfleisch. Kachelfleisch wird in Österreich als Fledermaus bezeichnet. Das Kachelfleisch ist ein unheimlich saftiges Stück Fleisch mit einer tollen intermuskulären Fetteinlage, das sehr leicht zu grillen ist. Ich setze es gerne als Fingerfood ein, als sogenannten Lolli am Spieß. Dazu würze ich es und grille es bei direkter Hitze auf beiden Seiten, bis sich Röstaromen bilden, und lasse es anschließend bei indirekter Hitze nachziehen. Dann wird es portioniert, auf einen Spieß gesteckt und kurz in Teriyaki-Soße und Sesam gesteckt und den Gästen direkt in die Hand gedrückt.

Wann ist die perfekte Grillzeit beziehungsweise gibt es die überhaupt?

Die perfekte Grillzeit ist eigentlich immer, wenn man Zeit hat. Das Wetter und die Jahreszeit spielen für mich da keine Rolle. Ich möchte nicht auf Gegrilltes verzichten, nur weil die Sonne nicht scheint oder es kalt ist. Den Kaffee zum Frühstück trinkt man ja auch unabhängig von Wetter und Jahreszeit.

Sie sind also ein Ganzjahresgriller. Was macht den Charme aus, bei Minusgraden am Grill zu stehen?

Die Lebensmittel, die ich zur Winterzeit zur Verfügung habe, und die Ruhe. Wenn wir ehrlich sind, ist das Grillen im Sommer in Flipflops und kurzer Hose schon angenehm, aber es ist irgendwie immer hektisch rundum: Rasen mähende Nachbarn oder sonst irgendein Lärm. Das ist im Winter komplett anders. Die Zeit vergeht gefühlt langsamer und es herrscht im Garten absolute Ruhe. Man kann sich auf die Sache konzentrieren und richtig entspannen.

Planung ist alles. Die meisten Griller scheitern an sich selbst, da sie schlecht vorbereitet sind.

Wie viele Grillgeräte besitzen Sie, und was braucht der Normalgriller als Equipment?

Ich habe 13 oder 14 Grills zu Hause. Aber Grillen ist ja mein Beruf und ich gebe Seminare und will den Teilnehmern eine Vielfalt zeigen. Im Normalfall sind zwei Grills ausreichend für Privat.

Was kommt bei Ihnen am liebsten auf den Rost?

Hängt von der Jahreszeit ab. Niemals nur Fleisch. Bei mir kommen auch die Beilagen vom Grill, und die sind genauso wichtig wie das Fleisch. Im Moment mache ich sehr viel asiatisch angehauchte Speisen sowie Speisen mit südamerikanischem Touch.

Und was niemals?

Kein Fleisch aus der Industrie, keine Exoten wie Alligator, Schlangen, Känguru, Insekten und so weiter.

Bitte verraten Sie den Lesern Ihre ultimativen Profitipps für blutige Anfänger.

Planung ist alles. Die meisten Griller scheitern an sich selbst, da sie schlecht vorbereitet sind. Klar muss man das Menü seinen Möglichkeiten anpassen, sonst wird es nichts mit dem Grillabend.