Laut Statistik brachen Langfinger 2017 in Deutschland 116.450-mal in eine Wohnung ein. Laut den Zahlen ihrer oft hilflosen Gegner, der Polizei, wählen sie dafür je zu 40 Prozent die Fenstertür beziehungsweise das normale Fenster und zu 10 Prozent die Eingangstür. Etwas weniger interessant sind für sie Kellerfenster und -türen sowie das hohe Fenster im Dach. Routinierte Diebe schaffen den Einstieg innerhalb von zehn Sekunden – da reicht ein simpler Schraubenzieher, um ungeschützte Türen auszuhebeln. Die Zahlen sprechen also erst mal für die Kriminellen.

Hohes Risiko in Deutschland

Allerdings sagt die Statistik auch: Schafft es ein Dieb nicht, innerhalb von drei Minuten einzubrechen, gibt er in der Regel auf. Er meidet das Risiko, entdeckt zu werden. Denn unabhängig von der Polizei, die Verbrecher im Einbrecherparadies Deutschland meistens sowieso nicht zu fassen kriegt, können Verbraucher selbst reichlich Potenzial für mehr Schutz und Abschreckung nutzen.

Zum einen helfen ein paar einfache Regeln, bevor es auf die Urlaubsreise geht: Wirklich alle Eingänge verschließen, keine Kletterhilfen wie Leitern oder Gartenmöbel herumstehen lassen, Dokumente in den Tresor schließen oder bei Verwandten hinterlegen, Zeitungen abbestellen, Briefkasten von Nachbarn leeren lassen und keine Angaben über den Urlaub auf den AB sprechen. Zu diesen Maßnahmen kommen komplexe mechanische Sicherungen wie Schlösser, Aushebelsperren, abschließbare Fenstergriffe oder Sicherheitstüren hinzu. Sie alle halfen schon vor der Digitalisierung des Heimes. Clevere Bewohner nutzen inzwischen aber auch intelligente Geräte im Smart Home.

Intelligente Vernetzung für mehr Sicherheit

Eine wichtige Rolle spielt hier das Licht, das der Einbrecher verständlicherweise meidet. Bewegungsmelder, die gut vernetzt sind, entdecken Unbefugte, die ums Haus schleichen, sofort und stellen die Beleuchtung an. Inzwischen kann man auch Türen und Fenster mit der Alarmanlage vernetzen. Steigen Langfinger unbefugt ein, versetzt die Sirene die Nachbarn oder eine Notrufleitstelle in Alarm.

Auch Überwachungskameras haben zahlreiche Vorteile: Es gibt sie speziell für den Innen-, aber auch Außenbereich. Die Montage ist in der Regel mühelos. Es gibt inzwischen Geräte, die über WLAN oder LAN steuerbar sind und ohne Kabel funktionieren. Die Kamera erfasst scharfe Bilder des Grundstücks oder der Wohnung. Nutzer können sie über das Netzwerk abrufen und über den PC oder mobil mit dem Smartphone via App sogar im Videostream verfolgen. Dann lässt sich außerdem schneller erkennen, ob es sich eventuell um einen falschen Alarm handelt.

Abschreckende Wirkung

Unabhängig von der modernen Technik hat die Installation im Außenbereich bereits abschreckende Wirkung. Weiterer Vorteil: Kommt es dennoch zum Einbruch, kann die Polizei die Aufnahmen als Beweis oder für die öffentliche Fahndung nutzen. Natürlich hilft moderne Sicherheitstechnik wie ein elektronischer Türspion auch Bewohnern, die sich zu Hause befinden. Er zeigt in Realtime, wer gerade vor der Tür steht.

Wer nicht Zeit und Geld in solche bewährten Systeme investieren möchte, dem gibt wieder die Statistik zu denken: Laut Einbruch-Report 2018 des Gesamtverbands der Deutschen Versicherer zahlten die 360 Millionen Euro für Schäden. Hinzu kommt der Stress mit Polizei und vielem mehr. Die Erholung vom Urlaub ist, genauso wie das Geklaute, da eh schon längst weg.