Herr Pommer, von einem Baumhaus oder einem Kletterturm träumen viele Kinder. Können Eltern solche Spielparadiese selbst bauen?

Natürlich können Eltern Spieltürme und Baumhäuser in Eigenregie bauen. Sie sollten dafür aber schon etwas handwerkliches Geschick und Erfahrungen im Umgang mit Holz mitbringen. Im Internet gibt es genügend Anregungen und Baupläne für individuelle Baumhaus-Modelle, die von geübten Heimwerkern nachgebaut werden können. Wem das zu anspruchsvoll und zu aufwendig ist, kann im Baumarkt auch Fertigbausätze für Spielhäuser und Klettertürme kaufen, die sich einfacher aufbauen lassen.

Braucht man dafür eine Baugenehmigung?

Bei einfachen Baumhäusern, die nur zum Spielen genutzt werden, ist in der Regel keine Baugenehmigung erforderlich. Auch Klettertürme brauchen nicht genehmigt zu werden. Ratsam ist bei eigenen Konstruktionen, einen Zimmermann oder Tischler hinsichtlich der Statik zu konsultieren. Bei Fertigbausätzen ist eine statische Berechnung nicht mehr nötig, weil diese bereits von den Herstellern durchgeführt worden ist.

Wer einen Carport selbst bauen will, muss sich ebenfalls an einige Vorschriften halten. Welche sind das?

Im Gegensatz zu Baumhäusern und Spieltürmen kann bei Carports durchaus eine Baugenehmigung erforderlich sein. Das variiert je nach Bundesland und hängt auch vom Bebauungsplan ab. Die Statik muss bei selbst gebauten Carports vorher vom Fachmann berechnet werden. Dazu zählen Architekten, Statiker und Zimmerer. Auch Firmen, wie zum Beispiel Spax, führen solche Berechnungen durch. Bei Fertigbausätzen ist die Statik im Grunde komplett berechnet. Allerdings sollte man sich nach der Schnee- und Windlast des jeweiligen Modells erkundigen, je nachdem in welcher Region der Carport stehen soll.

Was müssen Heimwerker beim Bau unbedingt beachten?

Bei Baumhäusern ist in erster Linie der Baum wichtig. Dieser muss groß genug, stabil und vor allem gesund sein. Da viele Bäume in privaten Gärten oft zu klein und nicht kräftig genug sind, werden zusätzliche Stelzen benötigt. Sie sorgen dafür, dass sich die Tragkraft verlagert und das Haus stabil steht. Wichtig ist außerdem: Baumhäuser und Klettertürme sollten wegen der Sturzgefahr nicht höher als 2,50 Meter gebaut werden und Geländer besitzen. Empfehlenswert sind auch Fallschutzmatten aus Gummi, die man lückenlos am Erdboden verlegt.

Welche Rolle spielt das verwendete Material? Worauf soll man achten?

Vierkanthölzer beziehungsweise -balken aus heimischen Nadelhölzern, wie Fichte oder Kiefer, eignen sich gut. Die Balken sollten aber keinesfalls direkt mit dem Erdboden in Kontakt sein, sondern auf einbetonierten Pfostenankern stehen. Nicht rostende Edelstahlschrauben (A2) sorgen für eine dauerhafte, feste Verbindung. Wer bei Carports und Klettertürmen aus optischen Gründen auf sichtbare Metall-Winkelverbinder verzichten möchte, verwendet spezielle Schrauben. Wie die sogenannten Hi.Force- und In.Force-Schrauben von Spax verwendet werden, kann man sich im Video zum Bau einer Pergola ansehen. Damit das Holz nicht fault, muss es behandelt werden. Ideal sind Universal-Lasuren für den Außenbereich. Bei Kletterseilen auf Naturmaterial, zum Beispiel Hanf, achten und für Fensterscheiben schlag- und bruchfestes Acrylglas verwenden.

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