Lena, was bedeutet für Sie Musik?

Emotionen pur! Wenn ich gute Musik höre, erwarte ich ein Gefühl. Egal ob man traurig, fröhlich, melancholisch wird oder einfach nur tanzen möchte. Manchmal weckt Musik auch einfach nur Erinnerungen. Musik bedeutet Gefühl und genau dieses möchte ich auch mit meiner Musik übermitteln.

Können Sie sich an Ihre erste Platte erinnern?

Ja (lacht).

Verrate Sie uns, welche das war?

Das war Oli P., Flugzeuge im Bauch (Schweigen). Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich die CD zu meinem neunten Geburtstag geschenkt bekommen habe.

Wie sind Sie selbst zur Musik gekommen?

Ich kann jetzt gar nicht von meinem tollen Werdegang erzählen, denn es ist einfach so passiert. Ich habe immer gern gesungen – egal ob im Kindergarten, in der Schule oder zu Hause in meinem Kinderzimmer. Musik war immer ein Bestandteil meines Lebens, aber eben nie auf einer professionellen Ebene. Ich hatte keine Gesangsstunden, habe kein Instrument gelernt und war auch nie im Chor.

Wie kamen Sie dann zu Stefan Raab?

Ich wollte mich mit einer Freundin mal ins TV-Total-Studio setzen und mir die Sendung anschauen. Auf der Internetseite, wo ich die Karten organisieren wollte, habe ich dann gesehen, dass ein Casting für „Unser Star für Oslo“ stattfindet und da habe ich mich dann spontan angemeldet, weil ich einfach Bock darauf hatte. Und dann haben Sie den Eurovision Song Contest 2010 gewonnen.
Und das hat mein Leben komplett verändert.

Inwiefern?

Ich lebe jetzt in Köln, bin bekannt und kann nicht mehr einfach ins Freibad gehen.

Warum?

Weil ich einfach keine Lust habe, dass mich jemand im Bikini fotografiert und das am nächsten Tag jeder in der Zeitung sehen kann. Auch wenn das ein bisschen einschränkt, öffnen sich auf der anderen Seite wieder ganz neue Möglichkeiten, die ich in einem normalen Leben gar nicht bekommen würde.

Wie Ihr neues Album „Stardust“. Genau. Ich habe in Schweden und in London viel geschrieben und dafür fast ein Jahr gebraucht. „Stardust“ ist ein Werk mit zwölf Liedern geworden und statt programmierter Elektronik, bestimmen akustische Instrumente wie Gitarre, Bass, Schlagzeug und sogar ein Glockenspiel das „Stardust“-Klangbild.

Anstelle quirliger Hektik werden eher entspannte Songs über Sonntage im Bett, Gänsehaut und rosa Elefanten geboten. Sind das persönliche Erfahrungen?

Ja, schon irgendwie, denn es kommt alles aus mir. In diesen Songs steckt mein Schweiß, meine Tränen – einfach mein ganzes Herz.

Welche Musik hören Sie privat?

Derzeit liebe ich die Musik von James Vincent McMorrow und mein Lieblingslied von ihm ist „Wicked Game“. Sonst höre ich viel Hip Hop und da im Moment am liebsten Kendrick Lamar. Ich bin aber auch voll der Mainstream-Fan und liebe Rihanna, Beyoncé und Co. Mein Musikgeschmack ist bunt gemischt – je nachdem wie ich mich gerade fühle.

Welche Pläne haben Sie für 2013?

Jetzt steht erst einmal „The Voice Kids“ an, wo ich in der Jury sitze und worauf ich mich sehr freue. Dann folgt meine Tour im April und danach folgt eine kleine Minipause, um nach Album und Tour ein bisschen runterzufahren. Und was dann im Herbst passiert? Ich lasse mich einfach überraschen…