Die erste ECHO-Verleihung liegt nun 25 Jahre zurück. Wie hat alles begonnen, und welche Neuerungen wird es dieses Jahr im April geben?  

Der ECHO hat sich von einem kleinen Branchenevent – 450 Gäste in der Kölner Flora im Mai 1992 – innerhalb weniger Jahre zu einer der weltweit größten Awardshows der Musikbranche entwickelt, auch im internationalen Vergleich.

Die Synthese aus Bild und Ton sowie die Visualisierung von Musik, verleiht einem Song oft noch einmal eine zusätzliche Dimension.

Denn der ECHO erfüllt eine entscheidende Funktion: Er kommuniziert das Kernprodukt der Branche, die Musik, indem er dem Verhältnis von Künstler/-in und Publikum einen besonderen Platz einräumt, denn die Chartplatzierung eines Künstlers beziehungsweise einer Künstlerin – gleich die Verkäufe, also der Fan – entscheidet mit darüber, wer am Ende einen ECHO bekommt.

2017 entwickeln wir den Preis weiter. Das beginnt mit einem neuen Sender, VOX, geht über die Kürzung der Preiskategorien um fast ein Drittel auf jetzt 22 und endet bei Rolle, Aufbau und Zusammensetzung der ECHO-Jurys: Wir haben neue Fachjurys etabliert und die Jurystimmen erhalten künftig auch ein deutlich höheres Gewicht bei der Vergabeentscheidung.

Aber die Chartplatzierung, und damit der Fan, siehe oben, hat mit 50 Prozent auch im neuen Set-up noch eine gewichtige Stimme. Last, not least haben wir mit Xavier Naidoo und Sasha zwei leidenschaftliche Musiker als Gastgeber, auch das wird die Verleihung mit einer besonderen Energie aufladen.

Wie wichtig ist die Kategorie Bestes Video national in Bezug auf Bild und Ton?

Videos haben natürlich auch im Musikbereich eine hohe Bedeutung. Denn gerade die Synthese aus Bild und Ton, die Visualisierung von Musik, verleiht einem Song oft noch einmal eine zusätzliche Dimension – und das gilt umgekehrt ja bekanntlich auch. Insofern ist es nicht überraschend, dass Musikvideos heute integraler Bestandteil der Künstlerinszenierung sind.

Wie erleben Sie „Bild & Ton“ im Alltag?

Durch die Digitalisierung und die zunehmend mobile Nutzung bestimmen Bild und Ton unseren Alltag inzwischen auf fast allen Ebenen, sei es beruflich oder privat. Dabei verbessert sich die technische Qualität inzwischen mit jeder neuen Smartphone-Generation. Wichtig ist, dass wir auch inhaltliche Qualitätsstandards behalten.   

Welchen Einfluss hat die Preisverleihung auf die deutsche Musiklandschaft?

Der ECHO ist das Podest, auf das Fans und Jury einen Künstler oder eine Künstlerin stellen. Das ist für das Publikum genauso wichtig wie für die Branche selbst, weil der ECHO klar zeigt, was die Menschen in Deutschland im jeweiligen Jahr musikalisch wollen.

Was hat sich im Laufe der Jahre auf dem Tonträgermarkt verändert, und wie sieht die Zukunft aus?

Der Tonträgermarkt, bis Ende der 90er-Jahre klar dominiert von der CD, hat sich mit der Erfindung des MP3 und dem Start der sogenannten „Musiktauschbörse“ Napster 1999 massiv verändert. Die neuen technischen Möglichkeiten, Musik in bis dahin nicht da gewesenem Umfang illegal zu verbreiten, haben der Branche weltweit einen fast fünfzehnjährigen Schrumpfungsprozess beschert.

Das MP3 – die Downloads – wird inzwischen durch das Streaming abgelöst, das dank Spotify, Deezer, Apple Music und zahlreichen weiteren legalen Angeboten (zu denen inzwischen übrigens auch Napster gehört) in den vergangenen Jahren wieder für Wachstum im deutschen Musikmarkt sorgt. Noch ist die CD mit fast 54 Prozent Marktanteil stärkstes Umsatzsegment, aber Streaming belegt inzwischen Platz zwei. Diese Konstellation wird das Geschehen auf dem Musikmarkt sicher noch eine Weile bestimmen.

TV-Tipp

Der von der Deutschen Phono-Akademie, dem Kulturinstitut des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI), verliehene Deutsche Musikpreis ECHO wird am 7. April, um 20:15 Uhr bei VOX im TV ausgestrahlt. Alle Informationen zum ECHO gibt es unter www.echo-deutscher-musikpreis.de.