Musik, was bedeutet das für Sie?

Das ist die perfekte Frage für mich. (lacht) Musik ist für mich persönlich ein Lebenselixier. Wenn ich Musik höre, tanke ich meine Akkus auf. Musik bedeutet Zeit für mich. Ich höre nicht einfach nur Musik, ich konsumiere sie. Musik ist mir einfach wahnsinnig wichtig und immer mit sehr viel Emotionalität verbunden.

Wie kann man sich das „Konsumieren von Musik“ genau vorstellen?

Eigentlich überall. Ich bin ein großer Radiofan und höre, wenn ich unterwegs bin, immer Radio. Wenn ich von Musik konsumieren spreche, dann nehme ich mir Zeit dafür.

Zugang zur Musik muss in die allgemeine Schulbildung grundsätzlich integriert werden.

Dann setze ich mich auf das Sofa und lege ganz bewusst eine bestimmte Platte auf oder CD ein, um diese auch zu hören, und sie nicht nur als Hintergrundmusik laufen zu lassen.

Das hört sich jetzt so an als hätte ich sehr viel Freizeit (lacht) – aber die Zeit nehme ich mir. Das ist meine ganz persönliche Zeit für mich. Übrigens kann man sich ein gutes Bild vom Musikkonsum machen, wenn man die Musikmesse in Frankfurt besucht: Dort dreht sich alles um das Thema Musik und Musikmachen.

Haben Sie dabei auch bestimmte Bilder im Kopf?

Natürlich, denn Musik ist vor allem eins: Hochemotional. Ich verbinde mit Musik auch immer Bilder. Zum einen, weil man etwas mit einer bestimmten Musik aus der Erinnerung heraus verbindet – fröhliche, aber auch traurige Momente. Zum anderen, weil Musik Bilder in mir weckt und mich gedanklich an schöne Orte versetzt. Bild und Ton gehört für mich zusammen.

Frühe Musikförderung bei Kindern und Jugendlichen. Was halten Sie davon?

Das ist für mich ein ganz wichtiger Aspekt. Frühmusikalische Bindung ist existenziell, da die Musik schon bei Kleinkindern bestimmte Fähigkeiten, wie Motorik, geistige Entwicklung, Charakterförderung, Einfühlungsvermögen und soziale Integrität fördern kann.

Man ist nie zu alt, um ein Instrument zu erlernen.

Wir als Verband setzen uns stark dafür ein, dass bereits Kleinkinder mit Musik und Musikinstrumenten in Verbindung kommen. Um die oben genannten Fähigkeiten zu stärken, aber auch, um den Wert von Musik zu begreifen. Daher fordern wir auch, dass der Zugang zur Musik in die allgemeine Schulbildung grundsätzlich integriert wird. Derzeit ist dies nur in Bayern und Baden-Württemberg der Fall.

Was dürfen wir vom Aktionstag „Deutschland macht Musik“ erwarten?

Der Aktionstag ist von uns ins Leben gerufen worden, um all die eben angesprochenen Themen auf die Straße zu bringen. Wir wollen damit den Menschen da draußen die Angst vor dem Musizieren nehmen. Viele denken, dass man ein Talent braucht, um ein Instrument zu erlernen. Doch es ist bewiesen, dass dies nicht stimmt. Musik zu machen, ist wie Fahrradfahren lernen: Man steigt auf, tritt in die Pedale und wird immer besser, um so häufiger man es tut. Man ist nie zu alt, um ein Instrument zu erlernen.

Ob Flöte, Klavier, Schlagzeug oder E-Gitarre – am 17. Juni 2017 erklingen im gesamten Bundesgebiet Instrumente aller Art. Musikfachhändler laden am Aktionstag Deutschland macht Musik – spiel mit! in ihr Ladengeschäft ein. In Workshops und Schnupperkursen können interessierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene Instrumente kennenlernen und ausprobieren. Und dabei entdecken, wieviel Spaß es macht, selbst zu musizieren.

Information

Informationen finden Sie unter: deutschland-macht-musik.eu.