Im Zusammenspiel mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter der Leitung der französischen Dirigentin Ariane Matiakh haben die Schwestern die Konzerte für zwei Klaviere und Orchester von Francis Poulenc und Jean Françaix aufgenommen – letzteres als erste CD-Einspielung überhaupt seit der LP-Aufnahme mit dem Komponisten selbst aus dem Jahre 1967.

Mit der Programmauswahl für ihre Einspielung mit Orchester spinnen Mona & Rica Bard den roten Faden ihres hoch gelobten Debüt-Albums („PASDE DEUX“ 2012) mit französischer Musik für Klavierduo fort. Das Poulenc-Konzert mit seinem wilden Mix aus Varieté, Jazz, Gamelan, Marschmusik, romantischen Kantilenen und Mozart-Anklängen zählt zweifelsohne zu den Highlights im Klavierduo-Repertoire und erfordert von den virtuosen Solistenparts, vom Orchester und nicht zuletzt auch von der Dirige ntin äußerste Wendigkeit. Es ist unschwer zu erkennen, dass auch Jean Françaix das Doppelkonzert Poulencs gut kannte.

In seiner musikalischen Ästhetik stand Françaix von Beginn an der „Groupe des six“ nahe, hierbei in der für ihn so typischen Verbindung von Heiterem und Eleganz wohl insbesondere Poulenc. Ganz anders gestaltet sich hier jedoch die Verbindung der beiden Soloklaviere mit dem Orchester, die die Schwestern wie folgt beschreiben:

„In allen vier Sätzen haben die Klaviere fast keinen Takt Pause, neben der typischen Gegenüberstellung Solo-Tutti übernehmen wir stellenweise auch mal reine Begleitfunktion während das Orchester - und hier insbesondere die Bläser – hochvirtuos-solistische Passagen zu absolvieren hat. Vor allem aber gibt es weite Strecken, bei denen es sich anfühlt und anhört, als machen wir alle zusammen Kammermusik. KAMMERMUSIK MIT EINEM GANZEN GROSSEN ORCHESTER - das macht viel Spaß und hat auch klanglich seinen ganz besonderen Reiz, natürlich undenkbar ohne die führende Hand unserer grandiosen Dirigentin Ariane Matiakh.“

Das 1965 entstandene Konzert, das der Komponist im selben Jahr zusammen mit seiner Tochter Claude aus der Taufe hob, wurde seither nur wenige Male aufgeführt und es gibt - neben einer LP-Aufnahme aus dem Jahre 1967 in o.g. Besetzung - bislang keine CD- Einspielung.

„Zu Unrecht“ befinden Ariane Matiakh und Mona & Rica Bard. Alle drei stehen seit letztem Jahr in gutem Kontakt mit Claude Françaix, die in ihrem sehr persönlichen Vorwort zur nun vorliegenden Produktion eine mögliche Erklärung liefert: Ein Konzert für zwei Klaviere zu komponieren, ist ein komplexes Unterfangen. Jean Françaix wollte seinem einen brillanten und heiteren Charakter verleihen und es mit zahlreichen technischen Finessen versehen, die sowohl in sich als auch im Zusammenspiel mit dem Orchester große Kunstfertigkeit erfordern.

Dieser Herausforderung werden Mona und Rica Bard unter dem Dirigat von Ariane Matiakh glänzend gerecht. Ihr Anspruch an exzellente Qualität verleiht dem in der Interpretation so heiklen, aber zugleich auch stimulierenden und in seiner Rezeption leicht zugänglichen Werk seinen Sinn. Das war einer jener Widersprüche in Jean Françaix: Obwohl seine Kompositionen schwierig aufzuführen sind, erschließen sie sich dem Zuhörer mit großer Leichtigkeit. Unsere drei Künstlerinnen haben mit ihrem Werk einen Wunsch erfüllt, den der Komponist zeit seines Lebens hegte: Musik zu spielen, „um Freude zu verbreiten“.

 

Das vorliegende Album ist Teil einer 2014 gestarteten, groß angelegten Co-Produktionsreihe des Labels Capriccio mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und Deutschlandradio Kultur.

Weitere Informationen unter:

www.mona-rica-bard.de
www.capriccio.at