Herr Blaskey, Herr Weigold-Wimmer, Sie sind seit langem Teil von David Garrets Management. Wie haben Sie beide ihn kennengelernt?

RB: Ich habe David das erste Mal bei „Night of The Proms“ 2002 gesehen. In meinen Augen hatte er wirklich alles, was einen Star ausmacht: Er ist Virtuose, Entertainer und er kann die Liebe zur Musik auf das Publikum übertragen.

TWW: David und ich haben uns 2004 aufgrund der Empfehlung einer befreundeten Journalistin persönlich kennengelernt, er war mir aber schon aufgrund seiner Wunderkind-Karriere seit 1997 bekannt.

Wir würden Sie die Arbeit mit David und Ihr Verhältnis zueinander beschreiben?

RB: Was die Arbeit mit David so zufriedenstellend macht, ist die Tatsache, dass er mit sehr viel Hingabe durch seine Musik überall auf der Welt jedermann erreichen möchte. Für unsere Zusammenarbeit passt das wirklich super, denn auch für mich war es immer wichtig zu zeigen, wie eine bestimmte Musik so viele Menschen erreichen, berühren und sie zusammen bringen kann – ganz gleich, wie alt sie sind, welcher Kultur oder Nationalität sie angehören.

TWW: Unsere Beziehung beruht vor allem auf gegenseitigem Vertrauen. Wenn das Vertrauen zueinander nicht mehr da ist, kann man auch nicht mehr miteinander arbeiten.

Welche Rolle spielt das Management von David Garrett?

TWW: Ein traditionelles Management funktioniert bei David nicht, dafür hat er viel zu viele Interessen und Bereiche, in denen er tätig ist. Das kann von einem einzigen Management nicht geleistet werden. Daher hatte er auch schon früh ein Team um sich herum aufgebaut. Rick Blaskey und The Media & Music Partnership kümmert sich um die Crossover-Konzerte, Plattenverträge und Sponsorenverhandlungen. Weigold & Böhm um die Konzerte mit klassischer Musik.

Wie würden Sie Davids musikalische Entwicklung beschreiben?

RB: Ich denke, David und ich können uns wahnsinnig darüber freuen, dass er es geschafft hat, etwas zu revolutionieren, was nur wenige Künstler geschafft haben. Dass ein Violinist die Musik von Bach, Beethoven und Chopin mit Metallica, AC/DC und Queen vereint und diese Musik in die Herzen der Zuhörer trägt, das ist noch nie dagewesen.

Hätten Sie jemals gedacht, dass David diesen Erfolg haben würde?

TWW: Wer die ersten Konzerte vor circa 80 Zuschauern erlebt und dann kurze Zeit später ausverkaufte Philharmonien und Open-Air Konzerte mit circa 15.000 Zuschauern besucht hat, weiß, was das für eine unglaubliche Geschichte ist. Dass David Garrett Erfolg haben würde, war uns von Anfang an klar, dass er die Menschen allerdings derart begeistern kann und seine Klassik-CDs in den Pop-Charts rangieren, das hätten wir nicht erwartet.

Und was bringt die Zukunft?

RB: 2013 wird noch aufregender als die Jahre zuvor. Der internationale Launch des „Music“-Albums mit Konzerttour und die Klassikkonzerte mit den Violinkonzerten von Brahms und Bruch stehen bevor. Die CD „14“, Davids erster Kinofilm „Der Teufelsgeiger“ über das Leben von Paganini, und neue Stücke mit Duett-Partnern sind geplant – das wird seiner Musik eine ganz neue Dimension geben.

Teamwork ist bei so einem Programm das A und O. Wir haben Universal Music im Boot, das seine Musik auf der ganzen Welt verbreitet, Peter Schwenkow und sein Team bei Deag promoten seine Live-Auftritte, und Elke Krüger und Andy Selleneit haben alles erst dadurch ermöglicht, als sie David auch ins Fernsehen gebracht haben.
Man kann also sagen, David Garrett zu managen ist eine große Herausforderung und es braucht dazu ein tolles Team – aber ich kann mir keinen anderen Künstler vorstellen, der so begabt ist und der so viel wieder zurückgibt.

„Herr Garrett, was ist Ihr wichtigstes musikalisches Ziel?

Ich versuche mir jeden Tag kleine Ziele zu setzten. Ein neues Stück zu lernen, etwas Neues zu komponieren, ein Arrangement zu schreiben, oder einfach nur Musik zu hören und darauf zu reagieren. Musiker sein heißt jeden Tag neu auf das, was du hörst, zu reagieren. Selbst wenn es dir bereits vertraut ist. Denn nichts wiederholt sich im Leben. Alles verändert sich, auch in der Musik. Wie du sie fühlst, wie du DICH fühlst, was sie für dich bedeutet. Diese ewige musikalische Jugend, die ich einfach mal Neugier nennen möchte, gilt es zu bewahren. Das ist mein großes musikalisches Ziel. “