Der Polterabend

Der Polterabend wird kurz vor der Hochzeit gefeiert – und bei dieser Party geht jede Menge Geschirr zu Bruch. Aber Achtung:  Glas und Spiegel bringen Unglück. Ein weiterer Hintergrund des Polterns ist, dass der Krach böse Geister vertreiben soll. Am nächsten Morgen sollte das künftige Paar die Scherben gemeinsam aufkehren, da dies für das Meistern schwieriger Aufgaben und Lebensphasen in der Ehe steht.

Geheimnis um das Kleid

Für den Bräutigam muss das Brautkleid bis zum Hochzeitstag ein Geheimnis bleiben. Er darf das Hochzeitskleid vorher nicht sehen. Also: Lassen Sie sich von Ihrer Mutter, Tante, Schwester und Freundinnen zum Brautkleidkauf begleiten. Denn angeblich bringt es Unglück, voreilig – das heißt, vor dem offiziellen Heiratsantrag – ein Brautkleid zu kaufen und erst recht nicht mit dem künftigen Ehemann. Beispielsweise Nicole Kidman soll dies vor ihrer ersten Hochzeit mit Tom Cruise getan haben. Die Ehe wurde nach zehn Jahren geschieden.

Brautjungfern

Einige unverheiratete Frauen begleiten die Braut in die Kirche. Alle tragen schöne Kleider, die dem Hochzeitskleid ein wenig ähneln. Die Brautjungfern sollen böse Geister von der Braut fernhalten. Deshalb auch die sich ähnelnden Kleider – so ist die Braut sicher versteckt. Weiß dürfen die Kleider der Brautjungfern jedoch nicht sein. Nur die Braut darf bei der Hochzeitszeremonie ein weißes Kleid tragen. So ist gewährleistet, dass ihr niemand die Schau stehlen kann.

Spieglein, Spieglein an der Wand

Spiegel sind am Tag der Trauung Tabu. Zumindest solange, bis Braut und Bräutigam fertig fürs Ja-Wort sind. Damit kein Unglück passiert, sollten Sie am Tag der Hochzeit also erst in den Spiegel schauen, wenn Sie Ihre Hochzeitskleidung komplett angezogen haben.

Der Schleier

Er steht für Jungfräulichkeit und muss daher spätestens dann abgenommen werden, wenn sich das Paar zur Hochzeitsnacht zurückzieht. Ein schöner Brauch ist das Abtanzen des Schleiers. Zum Abtanzen versammeln sich am Ende der Feier alle ledigen Frauen und versuchen der Braut, die mit dem Bräutigam tanzt, ein möglichst großes Stück von ihrem Schleier zu entreißen.

Reis werfen

Wenn das Brautpaar aus dem Standesamt oder aus der Kirche kommt, wird es von seinen Gästen mit einem Regen aus Reiskörnern empfangen. Die Reiskörner symbolisieren nach uralter Überlieferung Fruchtbarkeit. Schließlich sollen die frisch Vermählten möglichst viele Kinder in die Welt setzen. Da es teilweise schwierig ist, den Reis aus Haaren, Dekolletee und Co zu entfernen, sind Seifenblasen pusten eine schöne Alternative zum Reis.

Der Brautstrauß

Nach der Trauung wirft die Braut ihren Brautstrauß rückwärts in eine Menge lediger Frauen. Die Frau, die ihn auffängt, heiratet angeblich als nächste.
Ein schöner Brauch, der auf fast jeder Hochzeit vollzogen wird.

Blumenkinder

Kinder in niedlichen Kleidchen streuen aus einem Korb Blumen und Blütenblätter vor dem Brautpaar, wenn dieses aus Standesamt oder Kirche schreitet. Dahinter steckt, dass die Blumenkinder zu einem Kindersegen verhelfen sollen, denn der süße Geruch der Blüten lockt der Legende nach Fruchtbarkeitsgöttinnen an.

Dosenkette am Auto

Am dekorierten Hochzeitsauto werden neben dem Auspuff leere Blechdosen befestigt, die beim Fahren mit einem lauten Scheppern ankündigen, dass ein frischgebackenes Ehepaar unterwegs ist. Auch hier sind die bösen Geister im Spiel: Sollte der Polterabend sie noch nicht vollends vertrieben haben, so tun es die laut klappernden Dosen. Dieser Brauch hat sich verändert. Statt Dosen wird das Hochzeitsauto heute meistens von anderen Autos der Hochzeitsgesellschaft durch ein lautes Hupkonzert begleitet.