Kann im Prinzip eigentlich jeder Hund ein Jagdhund werden?

Viele der heute bei uns lebenden Hunderassen wurden ursprünglich zur Jagd eingesetzt. Den jagdlichen Anforderungen entsprechend wurden große, kleine, langhaarige und kurzhaarige Hunde, mit guten jagdlichen Leistungen miteinander gepaart und so entstanden die unterschiedlichen Jagdhunderassen. Seit über 100 Jahren beschreibt der sogenannte Rassestandard jede Hunderasse. Beim Dachverband aller Hunderassenverbände, dem Federation Cynologique Internationale (FCI) ist jede Rasse durch einen Rassestandard international geschützt. Unter der Voraussetzung, dass die jagdlichen Eigenschaften in dieser Rasse noch erhalten sind, kann er natürlich auch zum Jagdhund ausgebildet werden. Der Gesetzgeber verlangt in den meisten Bundesländern für einen zur Jagd verwendeten Hund, eine Brauchbarkeitsprüfung. Die Voraussetzung zur Zulassung zu so dieser Prüfung sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich.

Was ist der Unterschied zwischen Jagdhund und Haushund?

Ein Jagdhund und ein Haushund sind auf den ersten Blick kein Gegensatz. Viele Jagdhunde werden heutzutage auch im Haus gehalten. Ein zur Jagd eingesetzter Hund sollte aber auch im Alltag an robuste Witterung gewöhnt sein. Allerdings besitzt ein guter Jagdhund Eigenschaften, die für den „normalen“ Hundehalter zur Last werden können: ein guter Jagdhund will jagen. Er hat einen ausgeprägten Jagdtrieb, sucht sich gerne eine Spur- oder Fährte und verfolgt diese möglichst weit, ist wesensfest, hat keine Angst vor einem Schuss und greift auch gerne lebendes Wild. Ein guter Jagdhund braucht deshalb auch eine gute Ausbildung.

Für welche Jagdarten werden welche Hunde eingesetzt?

Wir unterscheiden die Jagdhunderassen nach ihren hauptsächlichen Einsatzschwerpunkten. Wobei die Einsatzgebiete sich für die meisten Rassen überlappen. Als Beispiel ist der Dackel (als Jagdhund wird er Teckel genannt) zu nennen. Er zählt zu den Erdhunden, wird aber auch für Nachsuchen und andere Jagden eingesetzt. Die Entscheidung, welcher Hund für welche Jagd eingesetzt wird, hängt neben körperlichen Gegebenheiten vor allem von der Ausbildung, den ererbten Eigenschaften, den Prüfungsnachweisen und den Revierverhältnissen ab.

Was muss man als Besitzer eines Jagdhundes bezüglich der Sicherheit beachten?

Sicherheit ist bei der Jagd ein ganz wichtiges Thema. Bei Gesellschaftsjagden erfolgt vor Beginn der Jagd für alle Teilnehmer durch den Jagdleiter eine Sicherheitsbelehrung. Hierbei werden auch die Hinweise zur Hundearbeit mitgeteilt. Eine Missachtung der Sicherheitsregeln hat den Ausschluss zur Folge. Speziell für die Hundesicherheit auf der Jagd muss vieles beachtet werden. Insbesondere der Straßenverkehr ist für überjagende Hunde eine sehr große Gefahr. Bei der Jagd auf Wildschweine bekommen die Hunde Schutzwesten mit GPS Ortungsgeräten. Zur Sicherheit des Hundes gehört natürlich auch, dass er gesundheitlich in sehr guter Verfassung ist. Jagd ist für den Hund Höchstleistung und nur mit regelmäßigem körperlichen Training möglich.

Wie findet die Hundeausbildung statt?

Die Hundeausbildung hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Wissenschaftliche Studien und praktische Erfahrungen bestätigen, dass die Prägung im Welpenalter und die konsequente Ausbildung mit Förderung der jagdlichen Eigenschaften bereits beim Junghund der Schlüssel für eine erfolgreiche Ausbildung sind. Bei den ersten Prüfungen werden die jagdlichen Anlagen, die der Hund von Natur aus mitbringt, überprüft. Darauf aufbauend werden die weiteren Ausbildungsschritte vollzogen. Je nach Einsatzgebiet dauert die Ausbildung eines Jagdhundes zwei bis drei Jahre.

Ist ein Jagdhund zwingend notwendig für die Jagd?

„Jagd ohne Hund ist Schund“! Dieser uralte Spruch wird wohl immer seine Gültigkeit behalten. Der Jagdhund ist mit seinen Sinnen dem Menschen um ein Vielfaches überlegen. Bei der Suche und dem Finden von lebendem Wild ist er bei vielen Jagdarten ein wertvoller Helfer. Noch wichtiger ist das Suchen von verendetem (totem) oder verletztem Wild. Mit seinem sehr guten Geruchssinn, dem Willen eine Spur zu verfolgen und dem Willen verletztes Wild zu finden und kleineres Wild dem Jäger zu apportieren, ist er der Jagdhelfer schlechthin. Bei vielen Jagdarten schreibt der Gesetzgeber die Teilnahme eines brauchbaren Jagdhundes vor.

Der DJV und der JGHV arbeiten eng zusammen, warum ist diese Zusammenarbeit so wichtig?

Der Deutsche Jagdverband e. V. mit seinen Landesjagdverbänden in den Bundesländern und der Jagdgebrauchshundeverband verstehen sich als Partner in der gemeinsamen Verpflichtung zur Förderung der weidgerechten Ausübung der Jagd. Die Mitglieder der im JGHV organisierten Vereine und Verbände sind überwiegend auch in einem Landesjagdverband organisiert. Der DJV anerkennt den JGHV als Spitzenorganisation des Jagdhundewesens und stützt sich bei seinen Entscheidungen auf dessen jagdkynologische Kompetenz. Gemeinsame Veranstaltungen wie Messeauftritte und das Erstellen von gemeinsamem Informationsmaterial erfüllen die gute Zusammenarbeit mit Leben, gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung. 

Ist ein Jagdhund zuhause ein „ganz normaler“ Hund oder merkt man da immer Unterschiede?

Zuhause ist ein Jagdhund bei entsprechender Bewegung ein ganz normaler Hund. Je nach Rasse, angewölftem Jagdtrieb und absolvierter Ausbildung kann das aber trotzdem eine mehr oder weniger starke Herausforderung für den Besitzer sein. Joggen mit einem unangeleinten Jagdhund ist in wildreichen Gebieten ohne konsequente Ausbildung nicht möglich, denn sein Spurwille lässt ihn sehr schnell eigene Wege gehen.  Sicherlich gibt es positive Ausnahmen wo die Haltung bei einem Nichtjäger funktioniert, leider aber auch viele negative Beispiele, wo Hund und Führer miteinander unglücklich sind und es evtl. sogar zur Trennung kommt. Jagdhunde mit ausgeprägtem Jagdtrieb gehören in Jägerhände!

Information

Erfahren Sie mehr auf www.jghv.de sowie durch die Informationsbroschüre vom JGHV und DJV.