Dabei spielen insbesondere junge, schlanke Körper eine zentrale Rolle in der Kommunikation. Die Botschaft hinter den Werbebildern: Attraktivität heißt jung, vital, makellos. Bildbearbeitungsprogramme tun ihr Übriges, um sogar Durchschnittstypen optisch in wahre Übermenschen zu verwandeln.

Obwohl inzwischen klar ist, dass dieses Ideal aus der Werbewelt mehr als realitätsfern ist, geraten Frauen, aber auch immer häufiger Männer unter den Druck, diesem Traumbild so nah wie möglich zu kommen. Schön sein ist „in“, und das schon seit Tausenden von Jahren.

Der Wunsch nach Attraktivität ist in unseren Genen verankert, denn umso anziehender wir auf andere wirken, so zeigen zahlreiche Studien, desto leichter haben wir es im Alltag, bei der Jobsuche und natürlich bei der Partnersuche. Auf der Suche nach dem passenden Gegenstück stellt sich für viele die Frage: Wie attraktiv wirke ich auf andere und wie wichtig sind Äußerlichkeiten bei der Partnerwahl tatsächlich?

Bitte schön durchschnittlich

Gute Nachrichten für alle Männer und Frauen: Die Mehrheit der Deutschen beider Geschlechter steht auf Natürlichkeit und ein eher durchschnittliches Erscheinungsbild. Das ist das Ergebnis der FriendScout24-Liebesstudie, bei der 2.000 Frauen und Männer zwischen 18 und 65 Jahren zum Thema Liebe, Sex und Partnerschaft befragt wurden. 47 Prozent der Frauen bevorzugen insbesondere einen sportlich-schlanken Männertyp, ein muskulöser Körperbau ist nur für 38 Prozent der Befragten wichtig.

Auch das Ideal der superschlanken Frau kann getrost über Bord geworfen werden: Nur fünf Prozent der Männer wünschen sich eine dünne Partnerin, die Mehrheit bevorzugt sportlich-schlanke Figuren und 39 Prozent legen Wert auf weibliche Rundungen. 

Allerdings bewerten Frauen wie Männer das Gegenüber auch situationsabhängig: Geht es um eine feste Beziehung, stehen bei der Wahl des Partners Attribute wie Natürlichkeit und Familientauglichkeit im Fokus. Bei einem One-Night-Stand gewinnen aus Männersicht vor allem sexy Frauen die Oberhand, während für Frauen vor allem der Mix aus Natürlichkeit und Sexiness körperlich anziehend wirkt.

Unterm Strich erliegen Männer jedoch evolutionsbedingt schneller optischen Reizen und schreiben dem Aussehen der Partnerin eine größere Bedeutung zu: 36 Prozent wünschen sich eine attraktive, 35 Prozent eine sexy Frau. In der Frauenwelt spielt die optische Attraktivität eines Mannes eine eher untergeordnete Rolle, nur neun  Prozent der Befragten gaben an, dass ein Mann sexy sein muss. 

Jetzt mal ehrlich

Fakt ist: Äußerlichkeiten machen begehrenswert. Dabei fällt der erste Blick jedoch nicht wie oft vermutet auf Busen oder Po, sondern auf die Augen. Über die Hälfte der Frauen (58 Prozent) und 34 Prozent der Männer schauen beim ersten Kennenlernen zuerst in die Augen. Erst an zweiter Stelle kommt bei den Männern der Busen, bei den Frauen folgt die Gesamtfigur des Mannes. Doch neben der verführerischen Oberfläche wirken vor allem viele Charaktereigenschaften auf Frauen wie Männer besonders attraktiv. Ehrlich jetzt? Ja, ehrlich!

Ehrlichkeit steht bei Frauen und Männern an erster Stelle, um das Gegenüber anziehend zu finden. Wer uns dabei noch zum Lachen bringt, dem verfallen wir erst recht – 51 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer bewerten Humor als eine sehr attraktive Charaktereigenschaft. An dritter Stelle punktet Treue bei Frauen, während Männer Wert auf Frauen mit Köpfchen legen. 

Gut zu wissen, dass beide Geschlechter vor allem der Blick hinter die Fassade des Anderen fasziniert.