Als Tochter einer Züchterfamilie wurde Ihnen die Leidenschaft für Pferde quasi in die Wiege gelegt. Woraus entstand jedoch die Leidenschaft zum Springreiten?

Ich habe eine riesige Begeisterung für Pferde und ich fliege gerne. Ich liebe den Moment, wenn sich mein Pferd unter mir mit Leichtigkeit vom Boden hebt und ich das Gefühl habe, jedes Hindernis überfliegen zu können.

Mit dem Springreiten haben Sie sich einen Leistungssport ausgesucht, der nicht ganz ungefährlich ist. Im Gegensatz zu anderen Sportarten handelt es sich bei Ihrem „Sportgerät“ um ein sensibles Lebewesen mit eigenem Kopf und Charakter, und immer wieder kommt es auch zu Unfällen. Was gibt Ihnen das Vertrauen, diesen gefährlichen und doch so faszinierenden Sport auszuüben?

Jeder Beruf und erst recht jeder Leistungssport hat seine Gefahren. Grundsätzlich versuche ich, durch Achtsamkeit und Konzentration unnötige Risiken zu vermeiden. Ich habe eine sehr enge Bindung und großes Vertrauen zu meinen Pferden. Sie sind eben keine „Sportgeräte“, sondern meine Partner.

Der Reitsport war schon immer eng verbunden mit Tradition und Eleganz, das schlägt sich natürlich auch bei Modefragen nieder. Welche Rolle spielt das auf das Pferd abgestimmte Outfit im Wettkampf, und wie sieht es abseits des Springparcours aus?

Bei Turnieren geht es primär um Funktionalität, es gibt keine Bewertung für den besten Look. Persönlich mag ich ein klassisch-elegantes Outfit mit Liebe zum Detail.

Bleiben wir beim Thema Mode: Sie sind dafür bekannt, auch gerne mal ein modisches Zeichen für den guten Zweck zu setzen. Welche Rolle spielt die Charityarbeit in Ihrem Leben?

Meine Partnerschaft mit Pink Ribbon und der Hamburgischen Regenbogenstiftung ist mir wichtig. Ich freue mich, wenn ich mit meiner Bekanntheit als Sportler wichtigen Charityprojekten Unterstützung bei ihrer Arbeit bieten kann.

Natürlich sind Sie vor allem für Ihre Erfolge als Reiterin bekannt, doch was viele nicht wissen, ist, dass Sie auch einen Tiefseetauchschein sowie eine Privatpilotenlizenz besitzen. Wie sind Sie zu diesen speziellen Hobbys gekommen, und wie lässt sich das zeitlich mit einer Springreitkarriere vereinen?

Ich habe schon als Kind vom Fliegen geträumt und brauche manchmal einen Perspektivenwechsel über den Wolken.
Am Tiefseetauchen schätze ich die Stille und Schwerelosigkeit unter Wasser. Das vermittelt ein Gefühl von Unendlichkeit. Leider habe ich für beides zu wenig Zeit!

Wofür schlägt Ihr Herz am meisten: Springreiten, Tiefseetauchen oder Fliegen?

Springreiten natürlich, die Partnerschaft mit dem Pferd ist etwas ganz Besonderes und lässt sich mit nichts vergleichen.