Games sind das sozialste Medium unserer Zeit. Bereits die ersten digitalen Spiele, wie „Pong“, konnten mit Freunden vor einem Gerät gespielt werden. Seit den 1990ern vernetzen Gamer ihre Heimcomputer auf LAN-Partys, um gemeinsam zu spielen. Und auch heute werden Computer- und Videospiele gerne zusammen erlebt: Ob mit PC oder Konsole, Smartphone oder Tablet – in Deutschland nutzen über 18 Millionen Gamer den Mehrspielermodus von digitalen Spielen. Rund jeder Fünfte verbringt sogar bis zur Hälfte seiner gesamten Spielzeit mit Multiplayer-Games.

Welche Begeisterung das gemeinsame Spielen und Erleben von Games dabei auslösen kann, zeigt eSports derzeit besonders eindrucksvoll. Der Wettkampf in Computer- und Videospielen hat sich zu einem Massenphänomen entwickelt. War der digitale Sport Ende der 1990er-Jahre noch vorwiegend Gamern bekannt, werden die teils hoch dotierten Wettkämpfe heute von einem Millionenpublikum verfolgt. Weltweit feuern eSports-Fans ihre Idole per Livestream oder in ausverkauften Stadien an.

Sie fiebern bei knappen Entscheidungen mit und jubeln bei erfolgten Treffern. In Deutschland haben sich bereits elf Millionen Menschen entsprechende Wettkämpfe angesehen. Für die junge, technikbegeisterte Generation gehört es heute einfach dazu, sich neben Serien und Musik auch über aktuelle Ergebnisse im eSports auszutauschen.

Games verbinden Menschen jeden Alters und jeder Herkunft miteinander, prägen mit ihren Charakteren ganze Generationen und sind für viele fester Bestandteil des Alltags. In Deutschland ist jeder Zweite ein Gamer – Männer wie Frauen, Jung wie Alt. Games sind auch ein großer Wirtschaftsfaktor: 2016 konnten in Deutschland rund 2,9 Milliarden Euro mit Games und Spielekonsolen umgesetzt werden. Das ist mehr als der Umsatz in den Bereichen Musik und Kino zusammen.

Games-Technologien wie Virtual und Augmented Reality werden heute schon in zahlreichen Wirtschaftszweigen wie dem Automobilbau oder der Medizin eingesetzt. Sie tragen dort maßgeblich zum Erfolg der Unternehmen bei und damit zur Stärkung des deutschen Standorts. Die ausgebildeten Fachkräfte der Spielebranche sind aufgrund ihrer hohen technischen Spezialisierung in vielen Wirtschaftszweigen gefragte Experten.

Welche Bedeutung Games und ihre Technologien für Deutschland haben, würdigte auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel bei der Eröffnung der diesjährigen gamescom. In ihrer Rede stellte sie den besonderen Wert digitaler Spiele heraus und bestätigte, dass die deutsche Games-Branche ein starker Pfeiler des Innovationsstandortes Deutschland ist.

Games haben Einzug in all unsere Lebensbereiche gehalten. Sie begegnen uns im Bus und der Bahn, ihre Technologien sind in der Industrie ebenso präsent wie im Medizinsektor und Bildungsbereich. Computer- und Videospiele sind aber auch fantastische Unterhaltung, die Menschen zusammenbringt.

Dies wird gerade jetzt zur Advents- und Weihnachtszeit wieder deutlich: In den kommenden Wochen wird es zahlreiche Neuerscheinungen auf dem Markt geben, die die Herzen von Gaming-Fans höherschlagen lassen. Von fulminanten Actionspielen bis zu packenden Sportsimulationen: Für jeden wird etwas dabei sein. Und wer weiß, vielleicht lässt sich in dieser Zeit sogar der ein oder andere Nicht-Gamer inspirieren. Denn wäre es nicht schön, einfach mal wieder zusammen zu spielen?

Felix Falk
Geschäftsführer des BIU – Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware