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Mehr Informationen zu diesen Reisen finden Sie unter spartacusworld.com/de.

Warum gibt es einen eigenen Reisemarkt für die LGBT-Zielgruppe, wie hat sich dieser entwickelt?

Viele schwule Reiseanbieter sind relativ klein und aus mehr oder weniger privaten Initiativen entstanden: Gruppen von Freunden und Bekannten fahren zusammen wandern oder an den Strand, daraus entwickeln sich dann kleine Touranbieter, die sich nicht mehr nur an den engen Freundeskreis richten.

Ein Bedürfnis für diese Form des gemeinsamen Urlaubs gab es wohl vor allem, weil schwule Männer und lesbische Frauen bei allgemeinen Gruppenreisen die Befürchtung hatten, aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert zu werden. Demgegenüber bot ein Urlaub zusammen mit anderen Schwulen und Lesben nicht nur eine diskriminierungsfreie Zeit, sondern auch die Möglichkeit, sich offen auszutauschen.

Mit der Zeit zeigte sich, dass solche Urlaube aber auch einfach Spaß machen. Bei den Kreuzfahrten, die sich speziell an Schwule richten, geht es heutzutage beispielsweise deutlich mehr um Party und Spaß, als um die Angst vor Diskriminierung. Trotzdem gilt weiterhin deutlich: Die Masse der schwulen und lesbischen Reiseveranstalter ist klein und auf ihre Nische spezialisiert.

Existieren spezielle Destinationen, die sich ausschließlich auf die Bedürfnisse der Queer Zielgruppe eingestellt haben?

Soweit ich weiß gibt es keine Reiseziele, die heterosexuelle Urlauber abweisen würden – während homosexuelle Reisende durchaus in einigen Ländern staatlicherseits mit Gefängnis oder sogar der Todesstrafe bedroht werden! Es gibt jedoch einige Ziele, die sich speziell um schwule und lesbische Urlauber bemühen.

Dazu zählen vor allem die großen Metropolen der westlichen Welt, dann einige kleinere Reiseziele, die sich in der Nische etabliert haben, und Veranstalter wie Kreuzfahrtanbieter. Fast alle Metropolen bieten heute auf ihren Internetplattformen spezielle Infos für Schwule und Lesben. Es wird dann beispielsweise die Kneipenszene vorgestellt, oder es werden Hotels aufgelistet, die sich einem diskriminierungsfreien Umgang mit ihren Gästen verpflichtet haben – etwa die Pink Pillow-Initiative in Berlin, bei denen die Gäste dann sicher sein sollen, dass sie nicht schief angeguckt werden, wenn zwei Männer ein Zimmer mit Doppelbett buchen.

Einige kleinere Orte haben sich auf die Nische der schwulen und lesbischen Gäste besonders eingerichtet. Dazu gehören in Europa unter anderem Sitges in Spanien und Maspalomas auf Gran Canaria. In beiden Städten, die jeweils auch stark auf den Tourismus ausgerichtet sind, werden zahlreiche Events angeboten, die sich speziell an schwule und lesbische Urlauber richten: Es gibt mindestens einen Pride im Jahr, einen Karneval, dazu noch Veranstaltungen für verschiedene Subgruppen innerhalb der schwul-lesbischen Community.

Zudem bieten beide Orte ihren Gästen eine recht große Auswahl an Bars, mehr, als die vergleichsweise wenigen einheimischen Schwule und Lesben wohl je füllen könnten. Das Ziel ist jeweils, das ganze Jahr über oder zumindest die verlängerte Saison hindurch schwule und lesbische Urlauber anzulocken. Das klappt auch ganz gut! Drittens gibt es Anbieter, die normalerweise keinen schwulen oder lesbischen Fokus haben, die sich aber für eine bestimmte Zeit auf diese Kundengruppe konzentrieren.

TUI Cruises etwa bietet im kommenden Jahr eine Rainbow Cruise auf einem „Mein Schiff“ an, das normalerweise alle möglichen Kreuzfahrten durchführt. Viele Freizeitparks stellen jedes Jahr ein Wochenende unter ein Gleichstellungsmotto und hoffen an diesen Tagen auf viele Gäste aus der schwul-lesbischen Community. Auch solche Angebote werden meist gut angenommen.