In kaum einem anderen Bereich ist die Ausrüstung und die Kleidung so entscheidend, wie auf der Jagd. Dabei trennen sich die Jäger gerne in zwei Lager. Die Traditionalisten, die auf Lederhose, Lodenkotze und Wadlstrümpfe schwören und die Technik Freunde, deren Kleidung nicht nur optisch mit der Umwelt verschmilzt und kein Geräusch abgibt, sondern auch mit speziellen Membranen versehen ist, um den Körpergeruch des Jägers zu schlucken.

Allen gemeinsam ist, dass sich die Jäger sehr viele Gedanken darüber machen, wie sie sich im Revier bewegen und wie sie sich dem Wild am besten nähern. Zugleich muss es zum Stil des einzelnen Jägers passen. Oft wählen die Jäger „Grün“ als Farbe für Ihre Ausrüstung um sich gut zu tarnen. Die oft scherzhalt verwendete Bezeichnung Grünrock, für den Jäger kommt sicher neben dem „Grünen Abitur“, dem Jagdschein, von dieser Art der Ausrüstung.

Einig ist man sich in der Regel, wenn es um das Schuhwerk geht. Ein fester, wasserdichter Bergschuh wird in fast allen Jagdarten eingesetzt. Spezielle Jagden am Wasser verlangen natürlich nach Gummistiefeln. Für einen Bergjäger unmöglich, für die Niederwildjäger in Flußauen, Feldern und Moosbereichen eine Selbstverständlichkeit. Insgesamt gehören zur fachgerechten Ausrüstung neben den richtigen Textilen natürlich auch Rucksack, Fernglas, Jagdmesser, eventuell ein Pirschstock und natürlich das passende Gewehr.

Unser Wild hat verschiedene Sinne, durch die sie sich vor eventuellen Gefahren bewahren möchte. Die Augen, die Jäger sagen Lichter, sind bei machen Wildtieren, wie der Gams sehr gut entwickelt. Daher muss ein Jäger, der auf die Gamsjagd geht sehr genau darüber nachdenken, wie er für die Gams nicht zu schnell erkennbar ist und sich optisch gut tarnen. Die Ohren, die Jäger sagen Lauscher, sind zum Beispiel beim Fuchs sehr sensibel. Der Fuchsjäger, der auf dem Hochsitz sitzt, ist daher angehalten, seine Kleidung so zu wählen, dass kein Rascheln oder ein zu lauter Reißverschluss ihn verrät.

Nicht fehlen darf natürlich der obligatorische Jagdhut.

Mit dem Geruchssinn, die Jäger sprechen vom Winden, können zum Beispiel Wildschweine über große Entfernungen geringste Geruchspartikel des Menschen aufnehmen, daher ist es für Schwarzwildjäger wichtig, nicht zu viel Köpergeruch abzugeben. Neben der richtigen Kleidung ist da auch besonders wichtig sich „gegen den Wind“ zu bewegen. Natürlich nutzen die Wildtiere ihre Sinne oft in Kombination, auch darauf muss sich der Jäger einstellen und seine Ausrüstung dementsprechend wählen.

In Bayern lässt sich schnell feststellen, dass man, je näher man an die Alpen kommt, immer mehr Jägerinnen und Jäger findet, die mit traditioneller Jagdkleidung unterwegs sind. Lederhose, Jagdhut, Lodenjanker und Lodenkotze gehören hier einfach mit dazu. Und das hat auch seinen Sinn. Die natürlichen Materialien wie Leder und Loden sind bestens geeignet für Pirsch und Ansitz in den Bergrevieren.

Das gilt nicht nur für den Sommer, sondern auch im Winter. Dabei sind Leder und Loden geräuscharm und sehr strapazierfähig, was in der rauhen Bergwelt unheimlich wichtig ist. Dazu kommen die Rohstoffe, Wolle für den Loden und Hirschleder für die Lederhose, aus der Region. Der „gstandne Berjaga“ ist daher nicht nur stolz auf seine traditionelle Ausrüstung, sondern trägt sie auch berechtigt.

Nicht fehlen darf natürlich der obligatorische Jagdhut. Breite Krempe oder nicht, sei mal dahingestellt, aus Loden oder Filz muss er auf alle Fälle sein. Der Jagdhut schützt den Jäger vor zu viel Sonne, bewahrt ihn davor naß zu werden und hilft wenn die Sonne blenden würde. Der Hut erfüllt damit sehr wichtige Aufgaben und ist nicht nur schmückendes Accessoire. Dazu ist er wichtig für Tradition und Brauchtum. Der Erlegerbruch nach erfolgreicher Jagd wird am Jagdhut angesteckt, ebenso der Trauerbruch, wenn ein Jäger beerdigt wird, aber auch der Gamsbart oder die eine oder andere Hutnadel findet am Jagdhut seinen Platz.

Auch in Oberbayern gibt es natürlich viele Jäger, die mit modernem Funktionsoutfit zur Jagd gehen. Die modernen Textilien, die spezielle für jagdliche Bedürfnisse konzipiert werden müssen geräuscharm, strapazierfähig und natürlich optisch geeignet sein, um nicht zu schnell vom Wild erkannt zu werden. Viele Hersteller haben diesen Markt für sich erkannt und bieten eine Vielzahl verschiedener Modelle an.

Ganz spezielle Jagdmethoden verlangen aber darüber hinaus eine Spezialausrüstung, die nur ganz begrenzt eingesetzt wird. So müssen zum Beispiel Jagdhundeführer, die bei größeren Gesellschaftsjagden durch das Unterholz streifen, besonders gut zu erkennen sein, um Unfälle zu vermeiden. Ihre Ausrüstung ist in der Regel grell Orange, so dass sie für andere Jäger sehr gut zu erkennen sind.

Für das Schalenwild, dazu gehören z.B. Rehwild, Rotwild oder Schwarzwild, ist das grelle Orange nicht als Warnfarbe zu erkennen. Durch den Aufbau Ihrer Augen erkennen diese Wildarten alle Rottöne nur als gemischtes Braun. Dazu muss Hose und Jacke besonders strapazierfähig sein, denn die Jagdhundeführer müssen durch jedes Dickicht und durch jede Brombeerhecke, wenn es darum geht das Wild mit dem Hund zu verfolgen. Hier wird der Jagdhut auch gerne durch eine leuchtend orange Kappe ersetzt, die die Sichtbarkeit des Jägers nochmals erhöht.

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