Das Thema Sport und Sehen ist äußerst interessant und betrifft sehr viele Sportler, vom Profi bis zum Amateur. Was für eine Sehschwäche hatten Sie früher?

Auf meinem linken Auge habe ich eine stark ausgeprägte Hornhautverkrümmung und hatte dadurch lediglich eine Sehstärke von 30 Prozent.

Wie hat sich das angefühlt?

Bewusst habe ich das nie wahrgenommen. Mein rechtes Auge hat eine Sehkraft von über 100 Prozent und hat die Defizite des linken Auges immer ausgeglichen. Was mir dadurch jedoch fehlte, war das räumliche Sehen.

Zu Beginn meiner Karriere hatte ich viele Stürze, wahrscheinlich weil ich die ein oder andere Bodenwelle nicht gesehen habe.

Inwiefern hat Sie Ihre Sehschwäche sportlich eingeschränkt?

Das eingeschränkte Sichtfeld hat mir besonders bei Massenstartrennen bestimmt nicht genutzt, aber ich kannte es ja nicht anders. Doch zu Beginn meiner Karriere hatte ich viele Stürze, wahrscheinlich weil ich die ein oder andere Bodenwelle einfach nicht gesehen habe (lacht).

Haben Sie Brille oder Kontaktlinsen getragen?

Zu Beginn meiner sportlichen Karriere habe ich es mit Kontaktlinsen probiert, was aber nicht besonders gut funktioniert hat. Trockene Räume und Kälte vertragen sich mit Kontaktlinsen nicht besonders gut. Ständig hatte ich Reizungen im Auge, und wohlgefühlt habe ich mich mit diesen Fremdkörpern im Auge auch nie. Deshalb habe ich sie schnell wieder weggelassen und mich mit meiner Sehschwäche arrangiert. Die Möglichkeit einer Lasik-OP gab es damals leider noch nicht.

Aber später.

Diese Möglichkeit habe ich dann auch schnell ergriffen und mich der OP unterzogen.

Wie haben Sie davon erfahren?

Unser damaliger Bundestrainer hatte sich 2005 operieren lassen und in den höchsten Tönen davon geschwärmt.

Wann haben Sie sich zum Lasern Ihrer Augen entschieden?

Ich begann mich mehr mit dem Thema zu beschäftigen, habe viel gelesen und mich bestmöglich informiert. Es geht schließlich ums Auge, und Sehen ist unser wichtigstes Gut. Bei einem Beratungstermin in der Augenklinik wurden meine letzten Bedenken widerlegt und ich entschied mich für die OP. Das war 2007.

Wie war die OP?

Es ist ähnlich wie beim Zahnarzt (lacht). An die genauen Einzelheiten kann ich mich nicht mehr erinnern, doch Schmerzen hatte ich keine. Es war ein sehr routinierter, kurzer Eingriff. 30 Minuten für mehr Lebensqualität – ein Leben lang.

Wann waren Sie nach der OP wieder „fit“ und konnten Sport treiben?

Einen Tag später musste ich zur Nachkontrolle, und ein paar Wochen später konnte ich wieder Sport machen. Die ersten Wochen habe ich mich gefühlt, als ob ich immer ein paar Bier zu viel getrunken hätte. Meine Augen mussten sich erst daran gewöhnen, dass das rechte nicht mehr die Arbeit vom linken übernehmen musste. In dieser Übergangsphase war mir immer ein bisschen schwummerig zumute, was sich aber schnell legte. Von da an habe ich das neue Sehgefühl einfach nur noch genossen.

Wie ist Ihre Augenleistung nach der OP?

Eine 100-prozentige Sehleistung auf dem linken Auge zu erreichen, war von vornherein ausgeschlossen, da das Auge von Hause aus zu wenig Substanz hat. Doch nach der OP hatte ich eine über 60-prozentige Leistung – eine Steigerung der Sehleistung von mehr als 100 Prozent. Und das ist bis heute so ge-
blieben.

Welche Auswirkungen hat die Sehstärke auf die Ausübung Ihrer Sportart?

Eine fantastische. Die Stürze, die ich vorher häufiger hatte, kamen nach der OP nicht mehr vor. Und das hat sich natürlich auch positiv auf meine sportliche Laufbahn ausgewirkt. Jedem, der eine Sehschwäche hat, kann ich eine Augenoperation nur
empfehlen.

Bitte erzählen Sie uns über Ihre aktuellen Projekte?

Nach dem Ende meiner Karriere im letzten Jahr habe ich mir eine kleine Auszeit gegönnt und es einfach nur genossen, Familienvater und Ehemann zu sein. Letztes Jahr im September habe ich ein duales Studium für angewandtes Management, im Bereich Sportmanagement, begonnen. Zudem bin ich weiterhin Markenbotschafter für einige meiner langjährigen Sponsoren, habe als TV-Co-Kommentator gearbeitet und mache natürlich nach wie vor sehr viel Sport.