Hierbei kommen immer smartere Technologien zum Einsatz: „Intelligente“ Materialien, die die Haut schonend und unmittelbar liften – und sie sogar zur eigenen Regeneration anregen können. Der Alterungsprozess des Gesichts ist ein durch viele Faktoren bestimmter Prozess, der verschiedene Gewebeebenen betrifft: Kollagenverlust, der Rückgang des Muskeltonus, Fettverlust und -umverteilung sowie Knochenresorption.

Dieser Prozess lässt sich natürlich nicht aufhalten, jedoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Auswirkungen zu minimieren. Der allgemeinmedizinische Trend, körpereigene regenerative Prozesse zu kanalisieren und zu nutzen, findet auch in der Ästhetik zunehmend Anklang.

Minimal-invasives Fadenlifting

Für den Volumenaufbau und die Faltenbehandlung stehen viele Präparate zur Verfügung, zu den populärsten gehören nach wie vor Filler auf Hyaluronbasis und das Muskelrelaxans Botulinumtoxin. Wenn es um die Wiederherstellung von Gesichtskonturen geht, sind die Möglichkeiten jedoch immer noch sehr begrenzt.

Dank der Cones auf den Fäden kann er das Gewebe zusammenziehen und anheben.

Eine innovative und sanfte Behandlungsmöglichkeit stellt hierbei das minimal-invasive und bioresorbierbare Fadenlifting dar.

Die Methode an sich ist schon länger bekannt, neu sind Technologie und verwendetes Material.

Mithilfe von sterilen Fäden auf Polymilchsäure-Basis können Gesichtskonturen redefiniert und sogar Volumen aufgebaut werden (Lifting- und Regenerationseffekt).

Dr. med. Jan Nebendahl„Die sogenannte Cone-Technologie ist hierbei der ausschlaggebende Faktor für den Lifting-Effekt“, erklärt Dr. med. Jan Nebendahl, Facharzt für Plastische Chirurgie am Hamburger Dermatologikum. "Bidirektional auf dem Faden angebrachte, glatte Kegel (Cones) tragen erst zur Verankerung im Gewebe bei.“ Polymilchsäure regt wiederum die Produktion von körpereigenem Kollagen (Kollagenneogenese) an (Regenerationseffekt).

Die Behandlung erfolgt in einer ambulanten Sitzung, in der ein Facharzt unter Lokalanästhesie mit einer feinen Nadel die Fäden ins Unterfettgewebe einbringt. Dank der Cones auf den Fäden kann er das Gewebe zusammenziehen und anheben (Liftingeffekt).

Volumengebender Regenerationseffekt

Prof. Dr. med. Werner HepptHinzu kommt aber auch noch die volumengebende Wirkung des Regenerationseffekts: Durch den vollständigen Abbau des Fadenmaterials im Körper wird die natürliche Kollagenproduktion angeregt, was zu mehr Volumen und einem strafferen Hautbild führen soll und so den Behandlungsbereich weiter verbessern kann.

Interessanterweise stößt diese Technologie auch im Bereich der klassischen Medizin auf neues Interesse: „Bei der Behandlung von Fazialisparese (Gesichtslähmung) zeigt die Anwendung der Cone-Technologie ebenfalls erste vielversprechende Ergebnisse“, so Prof. Dr. med. Werner Heppt, Ärztlicher Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie und Plastischen Gesichtschirurgie am Städtischen Klinikum Karlsruhe.

Dermale Filler der Zukunft – Biostimulatoren

Auch aus dem Bereich Filler gibt es Neuigkeiten: So genannte Biostimulatoren vereinen dabei die Vorteile der sofortigen Korrektur von Falten und Volumenverlust ebenfalls mit der Anregung des körpereigenen Kollagens, was zu natürlich wirkenden, weichen und länger anhaltenden Ergebnissen führen soll.

PD Dr. med. Gerd GauglitzEntscheidend sind auch bei ihnen die Bestandteile: Sie bestehen aus glatten Polycaprolacton (PCL) Mikrosphären in einem wässrigen Gelträger aus Carboxy-Methylzellulose (CMC).

„Beide Substanzen sind hundertprozentig bioresorbierbar und durch ihre verbreitete Anwendung in der Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie wissenschaftlich gut untersucht," sagt PD Dr. med. Gerd Gauglitz, Facharzt für Dermatologie und Venerologie und Leiter der Abteilung für Ästhetische Medizin der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Anpassbare Wirkungsdauer

Die Behandlung erfolgt ebenfalls unter Lokalanästhesie mittels einer Injektion in die tiefen Hautschichten. Der Gelträger CMC führt zu einer unmittelbaren Korrektur, während die glatten PCL- Mikrosphären die Kollagenneogenese stimulieren und das neu entstandene, eigene Kollagennetzwerk das Volumen des resorbierten Trägers ersetzen soll.  Zwei weitere Faktoren machen den neuen Biostimulator besonders interessant: Zum einen lassen sich durch unterschiedliche Formulierungen verschiedene Abbauzeiten erreichen.

Dr. med. Gabriele Feller-HepptDies hat zur Folge, dass Patienten selbstbestimmt zwischen einer Wirkdauer von ein bis vier Jahren wählen.

Ein weiterer Aspekt ist, welcher Kollagentyp hier angesprochen wird.

„PCL regt nachweislich die Produktion des Kollagen-Typs 1, des sogenannten Jugendkollagens, an," ergänzt Dr. med. Gabriele Feller-Heppt Fachärztin für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Haut- und Laserzentrum Baden-Baden“, während bei anderen Verfahren meist Kollagen-Typ 3, das Narbenkollagen, angesprochen wird.“