Eine Welt ohne sie ist kaum vorstellbar. Das gilt nicht nur für „Digital Natives“. Weit über 90 Prozent aller 40- bis 59-Jährigen sitzt täglich vor dem Bildschirm, jeder Dritte davon mehr als vier Stunden. Auf Dauer ist das nicht nur anstrengend für die Augen, sondern verursacht auch gesundheitliche Probleme. Wissenschaftler nennen dieses Phänomen mittlerweile „digitaler Augenstress“.

Lichtverhältnisse, Raumklima und Sitzhaltung sollten deshalb optimal angepasst werden. Wenn trotzdem Kopfschmerzen, Verspannungen und Augenreizungen auftreten, ist oft das Sehen den Anforderungen der digitalen Geräte nicht gewachsen. Unsere Augen bewegen sich vor dem Bildschirm kaum, weil hier nur eine Blickrichtung und nur eine Entfernung vorgegeben werden.

Bei Smartphones und Tablets ist die Schrift außerdem so klein, dass schon ein minimales Sehdefizit zu Überanstrengung führt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Lider am Bildschirm anstatt 20- bis 25-mal nur noch fünf- bis sechsmal pro Minute blinzeln. Gereizte, trockene Augen und Verspannungen sind die Folge. Abhilfe können hier spezielle Bildschirmarbeitsplatzbrillen schaffen, die individuelle Sehdefizite ausgleichen und an die Computerarbeit angepasst sind.

In vielen Fällen lässt sich eine optimale Sehkraft mittels moderner, operativer Verfahren wiederherstellen.

Doch egal ob Lese-, Gleitsicht- oder Bildschirmbrille: Brillen haben heute viel mehr Potenzial als nur das einer bloßen Sehhilfe. Segeln, Ski- und Fahrradfahren machen einfach mehr Spaß, wenn die Sonne nicht blendet, der Fahrtwind geblockt wird und keine Insekten in das Auge fliegen. Dazu sind moderne Fassungen schöne Accessoires, die Spaß machen und je nach Geschmack die Persönlichkeit betonen oder sich dezent zurückhalten.

Auch Menschen, die auf eine Brille verzichten möchten, stehen diverse Alternativen zur Verfügung. Moderne Kontaktlinsen halten für jede Altersgruppe und für fast jedes Sehproblem eine entsprechende Lösung bereit. Wichtig sind hier eine fachmännische Erstanpassung, ein korrekter Umgang mit den Linsen sowie regelmäßige Kontrollen.

In vielen Fällen lässt sich eine optimale Sehkraft mittels moderner, operativer Verfahren wiederherstellen. Mittlerweile können eine Kurzsichtigkeit bis minus acht Dioptrien und eine Weitsichtigkeit bis plus drei Dioptrien mit einer Lasik-Operation korrigiert werden. Welche Behandlung für wen infrage kommt und wann eine Sehhilfe wieder nötig wird, sollte im Gespräch mit einem speziell ausgebildeten Facharzt abgeklärt werden. Zu bedenken ist, dass auch eine Laserbehandlung ein chirurgischer Eingriff ist und gewisse Risiken mit sich bringt.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind geschätzt 285 Millionen Menschen visuell beeinträchtigt. 90 Prozent davon kommen aus Entwicklungsländern, und 80 Prozent der Beeinträchtigungen wären vermeidbar. Um die Sehgesundheit insgesamt zu verbessern, hat die WHO, gemeinsam mit verschiedenen Non-Profit-Organisationen, die weltweite Initiative „Vision 2020“ ins Leben gerufen. Unabhängig davon gibt es seit vielen Jahren sogar eine fliegende Augenklinik, die direkt zu den jeweiligen Brennpunkten fliegt.

Die Menschen in Deutschland sind zum Glück nicht auf diese Hilfe angewiesen. Sie können das große Angebot der Augenoptiker, Augenärzte und Optometristen nutzen und sollten mindestens alle zwei Jahre einen Sehtest machen. Denn gut sehen ist Lebensqualität.