Laser- und IPL-Systeme sind im medizinischen Bereich seit vielen Jahren im Einsatz und nicht mehr wegzudenken. Die rasche technologische Entwicklung bei der Herstellung der heutigen leistungsfähigen Geräte mit fast universeller Anwendbarkeit hat zu einer explosionsartigen Verbreitung und zu einem drastischen Preisverfall geführt.

Kunden von Kosmetikstudios erleiden aufgrund unsachgemäßer Handhabung der Lasergeräte durch Laienhand vielfach Schäden an den Organen Haut und Augen.

Die leichte Anwendbarkeit, die Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten und der günstige Preis haben dazu beigetragen, dass Laser- bzw. IPL-Systeme für die verschiedensten kosmetischen Korrekturen wie Haarentfernung, Falten- und Pigmentbeseitigung oder zur Entfernung von Tattoos genutzt werden. Dies und der damit verbundene Schönheitsboom haben dazu geführt, dass beide Geräte eine immer größere Verbreitung in Kosmetik- und Friseursalons gefunden haben. Folglich führte dies wiederum zu der gefährlichen Entwicklung, dass leistungsstarke Laser/IPL-Systeme ohne das fundierte Wissen um die genaue Wirkung und Nebenwirkungen beim Umgang von Nichtmedizinern eingesetzt wurden. Das Zusammenspiel dieser Punkte birgt dabei große Gefahren für die Gesundheit der Behandelten.  

Kunden von Kosmetikstudios erleiden aufgrund unsachgemäßer Handhabung der Lasergeräte durch Laienhand vielfach Schäden an den Organen Haut und Augen. Diese Schädigungen reichen von Verbrennungen über Narben bis hin zur Verschleppung von Hautkrebs, was lebensgefährlich sein kann. Auch Muttermale werden durch Laser- und IPL-Behandlungen verändert. Dies wird durch zahlreiche Studien belegt.

Außerdem notwendig ist ein entsprechender Fachkundenachweis mit mindestens 110 Laser- beziehungsweise HBL-Behandlungen unter fachkundiger Anleitung.

Deshalb setzt sich die DDL e. V. dafür ein, dass Laserbehandlungen ausschließlich von Ärzten mit entsprechender Qualifikation durchgeführt werden dürfen. Aktuelle Studien aus den USA zeigen, dass die Nebenwirkungen bei Behandlungen durch Ärzte in den letzten Jahren gegen Null zurückgegangen sind. Bei Behandlungen durch Nichtmediziner sind die Nebenwirkungen in den letzten Jahren exponentiell angestiegen. Die Ursachen der Fehlbehandlungen lassen auf mangelhafte  Ausbildung, fehlende diagnostische Fähigkeiten und überzogene Erfolgsaussagen schließen. Eine konsequente fachärztliche Supervision sowie umfangreiche lasertherapeutische Erfahrungen und die Einhaltung definierter Qualitätsrichtlinien sind als Voraussetzungen für sichere Laser- und IPL-Behandlungen zu fordern. Auch die Entwicklung, dass man IPL-Geräte mittlerweile als Privatperson kaufen kann, sehen wir als Ärzte sehr kritisch. Die Wirkstärke dieser Geräte ist zum einen nicht ausreichend um wirklich Erfolge zu erreichen, zum anderen sind sie jedoch stark genug um Muttermale gefährlich zu verändern.

Bereits 2006 hat die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Lasertherapie (ADL) gemeinsam mit der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft (DDL) ‚Leitlinien zur Durchführung von Laserbehandlungen der Haut‘ veröffentlicht. Hier wird bereits gefordert, dass Laserbehandlungen nur von Ärzten oder unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden sollten, um die Möglichkeit des unverzüglichen Eingreifens zu gewährleisten. Darüber hinaus sollte ein Sachkundenachweis vorgelegt werden, zum Beispiel die erfolgreiche Teilnahme an einem medizinischen Laserschutzkurs, in dem die physikalischen Grundlagen, die Lasersicherheit nach der Unfallverhütungsvorschrift „Laserstrahlung“ und die medizinische sowie speziell dermatologische Anwendung unterschiedlicher Systeme vermittelt werden. Außerdem notwendig ist ein entsprechender Fachkundenachweis mit mindestens 110 Laser- beziehungsweise HBL-Behandlungen unter fachkundiger Anleitung. Des Weiteren sollten bauliche, apparativ-technische, hygienische und personelle Voraussetzungen erfüllt sein. Wichtig ist es hier zu erwähnen, dass die Lasergeräte nach CE-Norm zugelassen sein sollten und regelmäßig gewartet werden müssen.

Um der Forderung einer gesetzlichen Regelung im Sinne der Patientensicherheit Nachdruck zu verleihen, traf sich der DDL-Vorstand im Dezember 2015 mit führenden Politikern zum ‚Round Table‘-Talk im Berliner Bundestag. Dr. jur. Gwendolyn Gemke zeigte den Politikern dabei die rechtliche Sichtweise auf und bot gleichzeitig entsprechende Lösungsansätze. Die Thematik fand bei den Gesundheitspolitikern starken Anklang.

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Weitere Informationen finden Sie unter: ddl.de sowie aesthetipedia.de.