Sie haben Ihren Traum vom Zeichnen zum Beruf gemacht. Welcher Weg und Gedanke hat Sie hierhin geführt?

Seit meiner Kindheit zeichne ich. Am liebsten so, wie ich es noch heute mache, hauptsächlich Mode. Nach dem Abitur fiel es mir schwer, das zu formulieren, beziehungsweise es gab auch kein Studienfach, das richtig zu dieser Leidenschaft gepasst hätte. So studierte ich Politische Wissenschaften und schloss mit Magister ab.

Als ich dann bei dem Londoner Onlineshop Net-a-Porter arbeitete, hatte ich das große Glück, dort von einer Art-Direktorin gefördert zu werden. Daraufhin stellte ich ein paar Illustrationen zu einem Portfolio zusammen.

„Inspiration“ ist in dieser Zeit ein Modewort.

Die ersten Aufträge folgten. Einer davon waren mehrere Seiten für die VOGUE. Illustrationen hatten zwar schon zu der Zeit ein Revival, aber ich war eine von wenigen und hatte wohl einen neuen Stil, zumindest meinten das meine Kunden. Ein Traum war in Erfüllung gegangen und ich kann oft auch heute nicht glauben, dass ich beruflich zeichne.

Woher nehmen Sie Ihre Inspirationen für ein ästhetisches Statement mit dem Pinselstrich?

Magazine, Vintagebücher, aber auch finde ich Inspiration bei Pinterest oder Instagram. „Inspiration“ ist in dieser Zeit ein Modewort, das auch viel im Marketingbereich benutzt wird. Es ist auch ein richtiges Wort, allerdings brauche ich oft einfach nur eine konkrete Idee für einen Auftrag. Das kann viel schwieriger sein

Was macht Sie zu der Person, die Sie heute sind?

Dass ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht habe und das funktioniert, hat mir ein großes Vertrauen gegeben, das ich früher nicht hatte. Viele Dinge musste ich herausfinden – und finde sie immer noch heraus. Ich experimentiere viel herum mit verschiedenen Techniken und auch Gewohnheiten im Arbeitsalltag sowie im Privatleben. Das funktioniert meistens durch „Trial and Error“, aber die Dinge, die sich richtig anfühlen oder zum Erfolg führen, bleiben dann. Man nennt es wahrscheinlich einfach „Erfahrungen“.

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