Der PIP-Skandal um mangelhafte Silikonimplantate aus Frankreich Ende 2011 hat viele Frauen verunsichert.

Dabei lassen sich die Risiken des Eingriffs durch die sorgfältige Auswahl eines erfahrenen Arztes bzw. Chirurgen und eines qualitativ hochwertigen Implantats auf ein Minimum reduzieren. Die intensive Aufklärung, Beratung und Auswahl von Qualitätsimplantaten spielen deshalb mittlerweile eine entsprechend wichtige, ja entscheidende Rolle. „Vor wenigen Jahren wurde bei der Implantatwahl noch blind dem Arzt vertraut.

Mittlerweile sind die Patientinnen skeptischer, aber auch aufmerksamer geworden. Das ist gut so. Denn meine Erfahrung zeigt, je aufgeklärter und bewusster eine Patientin mit dem Thema umgeht, umso zufriedener ist sie mit dem Ergebnis“, erklärt Dr. med Jens Kauczok, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Würzburg.

„Ich führe nahezu kein Beratungsgespräch mehr, in dem nicht nach der Herkunft und Qualität der verwendeten Implantate gefragt wird“, führt Dr. med. Fabian Wolfrum, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Bremen weiter aus.

Beide Experten arbeiten ausschließlich mit in Deutschland entwickelten und produzierten Implantaten, um dem Sicherheitsbedürfnis der Patientinnen gerecht zu werden und nachhaltig zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen. 

Von der Beratung zur OP: Welche Schritte sind wichtig?

Bei jeder Brust-OP mit einem Silikonimplantat und vor allem bei der Brustrekonstruktion nach einer Erkrankung ist die vertrauensvolle und ausführliche Patientenaufklärung und -beratung im Vorfeld die wichtigste Voraussetzung für einen sicheren und komplikationsfreien Eingriff. „Dazu gehört auch die Aufklärung über alle mögliche Risiken und Komplikationen während und nach dem Eingriff.

Neben den individuellen Vorstellungen und Wünschen der Patientin sind im Falle einer Brustrekonstruktion vor allem die medizinischen Voraussetzungen Basis für alle weiteren Schritte“, erläutert Prof. Dr. med. Strittmatter, Chefarzt und Leiter des Brustzentrums der Rems-Murr-Kliniken in Winnenden.

Die Wahl des Implantats und der OP-Technik sind abhängig von den Gewebeverhältnissen der erkrankten Brust, der Brustform, der Defektausdehnung (z.B. nach einer Brustentfernung) und möglichen weiteren Therapien wie eine Bestrahlung des Gewebes. 

Risiken vermeiden – sich für Qualität entscheiden

Mögliche Komplikationen nach dem Einsatz eines Implantats sind die Ausbildung einer mitunter schmerzhaften Verkapselung (Kapselfibrose) oder das Verdrehen (Rotation) bzw. Verschieben (Dislokation) des Implantats. Die Kapselbildung ist bis zu einem gewissen Grad normal, da die körpereigene Immunabwehr das Implantat als Fremdkörper erkennt und „umhüllt“.

Die Kapsel kann sich jedoch in den Jahren nach der OP verstärken und es kommt zu Beschwerden. Hier ist in den meisten Fällen eine erneute Operation zum Austausch der Implantate notwendig. „Dies gilt es durch den Einsatz eines qualitativ hochwertigen Implantats im Rahmen einer sorgfältig durchgeführten Operation zu vermeiden – sowohl bei einer ästhetischen Brustvergrößerung, als auch bei der Wiederherstellung nach einer Brustkrebserkrankung“, legt Dr. Wolfrum dar.

ie Oberflächenstruktur des Implantats spielt laut den Experten eine ausschlaggebende Rolle. „Mit Implantaten aus Deutschland, die eine texturierte (aufgeraute) oder mit Microthane (Mikropolyurethanschaum) beschichtete Oberfläche haben, lassen sich die genannten Risiken auf ein Minimum reduzieren.

Diese Implantate sind mit einem hoch vernetzten, nicht flüssigen, für die Langzeitimplantation zugelassenen Silikongel befüllt und können theoretisch ein Leben lang im Körper einer Frau verbleiben“, berichtet Prof. Dr. Strittmatter.

„Die neuen Oberflächen haben uns einen wichtigen Schritt nach vorn gebracht und helfen uns Operateuren, auch bei schwierigen Wiederherstellungseingriffen schöne und sichere Ergebnisse zu erzielen“, bestätigt auch Dr. Kauczok.

Nach dem Eingriff: Worauf ist zu achten?

„Nach der OP sollte eine gewisse Karenzzeit eingehalten werden, in der auf Sport und schweres Tragen verzichtet wird. Ein spezieller Kompressions-BH unterstützt den Heilungsvorgang und vermeidet nachträgliche Komplikationen. Darüber hinaus empfehle ich meinen Patientinnen eine regelmäßige Nachkontrolle und die Narbenbehandlung mit speziellen Salben“, so Dr. Kauczok. 

Krebsvorsorge – auch mit Implantat eine Selbstverständlichkeit

„Eine regelmäßige Krebsvorsorge ist auch nach einer Brust-OP, vor allem bei vorbelasteten Patientinnen, ein sehr wichtiger Faktor. Ultraschalluntersuchungen der Brust sind ohne Einschränkungen durchführbar.

Darüber hinaus ermöglichen bestimmte Mammographie-Einstellungstechniken, in Zweifelsfällen ergänzt durch eine Kernspintomographie, eine sichere Brustkrebsfrüherkennung, auch für Frauen mit Brustimplantaten“, legt Dr. Wolfrum gestützt auf seine Erfahrung als Kooperationspartner des Brustzentrums des Krankenhaus St. Joseph-Stift in Bremen abschließend dar.