Seit Ende des 19. Jahrhunderts gab es Versuche, mithilfe von chirurgischen Eingriffen Vergrößerungen der weiblichen Brust vorzunehmen. Die erste dokumentierte Brustvergrößerung wurde 1895 von dem deutsch-österreichischen Arzt Vincenz Czerny in Heidelberg durchgeführt. Nach Entfernung eines gutartigen Brusttumors, eines sogenannten Adenoms, ersetzte er das fehlende Brustvolumen durch eine vom Rücken entnommene gutartige Fettgeschwulst.

In der Historie der Brustvergrößerung wurde mit vielen Fremdmaterialien experimentiert, um der Brust mehr Volumen und Fülle zu geben. Bei diesen Versuchen wurden Schwämme, Gummi, Rinderknorpel, sogar erste Implantate aus Elfenbein und Glas implantiert. Diverse Substanzen wurden ebenfalls in die Brust injiziert, darunter Speiseöl, Lanolin, Paraffin und flüssiges Silikon. Der anfängliche Enthusiasmus dieser aus heutiger Sicht haarsträubenden Eingriffe legte sich aufgrund der schweren Komplikationen, die bis zum Verlust der gesamten Brust führen konnten.

Die geschichtliche Entwicklung der ersten „eigentlichen Brustimplantate“ ist auf die beiden Chirurgen Frank Gerow und Thomas Cronin im Jahre 1961 zurückzuführen. Damals inspiriert durch die ersten Bluttransfusionsbeutel aus Silikon, entwickelten sie eine Art Kissen mit einer Hülle aus Silikonmembran und einer Füllung aus Silikonöl. Es war ein Implantat, das im Auftrag der Dow Corning Company vermarktet werden sollte.

2004 wurde Silikon dank aufwendiger Studien rehabilitiert und in Europa für die Brustvergrößerung zugelassen.

1962 fand die erste Brustvergrößerung mit einem Silikonimplantat statt. Die Brustprothesen wurden bei der Brust-OP über dem Brustmuskel platziert. In den folgenden Jahren wurde die erste auffüllbare Silikonprothese für eine Brustplastik vorgestellt. Seitdem wurden unzählige Modifikationen der Silikonimplantate in der Geschichte der Brustvergrößerungen angeboten.

Mit Beginn der 80er-Jahre mehrten sich Berichte von Patientinnen, die über Komplikationen mit Silikonimplantaten sprachen. In der Folge beschloss die amerikanische Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA) im Frühjahr 1992, die Verwendung von silikongelgefüllten Brustimplantaten zu untersagen.

2004 wurde Silikon dank aufwendiger Studien rehabilitiert und in Europa für die Brustvergrößerung zugelassen. In Europa unterliegen zurzeit alle verwendeten Brustimplantate der CE-Zertifizierung, die die Einhaltung von Anforderungen zur Gewährleistung von Gesundheitsschutz, Sicherheit und Umweltschutz garantiert. Auch in den USA ist seit 2006 der Einsatz von Silikonimplantaten für die Brustvergrößerung wieder zulässig.

Brustimplantate versprechen eine dauerhafte Vergrößerung und Neuformung der Brust. Die Vielzahl der unterschiedlichen Formen und Größen macht es dabei schwierig, das passende Implantat zu finden. Gemeinsam mit dem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie sollte darauf geachtet werden, dass die verwendeten Implantate in Größe und Volumen zum Brustkorb und zu den restlichen Körperproportionen passen.