Hieraus entstehen Sicherheitsprobleme für Patienten und gleichsam hoher Wissensdurst bei den Kollegen. Unsere erklärten Ziele leiten sich daher hiervon ab und wir fokussieren uns auf „Aesthetic education worldwide“ und „Patient safety“ , also auf Weiterbildung und Patientensicherheit, seit unserer Gründung 1970 bei der UN in New York. Unsere Hauptaktivität besteht in der Organisation von Kongressen überall auf der Welt. Der ISAPS-Weltkongress findet alle zwei Jahre im Land des jeweiligen Präsidenten statt. Zuletzt war dieser in Kyoto (Japan) und der nächste wird 2018 in Miami (USA) stattfinden. Für meine Präsidentschaft habe ich Köln gewählt und rechne 2020 mit gut 3.500 Teilnehmern und etwa 400 hochkarätigen Rednern, die ihr Wissen weitergeben wollen.

Aber die Hauptaufgabe ist die ganzjährige Weiterbildung vor Ort durch Kurse und Symposien in den verschiedenen Ländern. Hierdurch erzielen wir eine flächendeckende Aus- und Weiterbildung auch für Kollegen, die es sich nicht leisten können viel zu reisen – insbesondere junge Kollegen. So organisieren wir jährlich etwa 25 Kurse und Kongresse und können so 2018 beispielsweise in Indien, Pakistan, Chile und Usbekistan für intensive Weiterbildung sorgen.

Patientensicherheit im Ausland

Auch hier bestehen große Unterschiede! Wir versuchen die hohen Standards, die wir in Deutschland oder auch in Amerika haben durch Schulungen und Akkreditierungen der Einrichtungen und Praxen zu implementieren. Konkret heißt dies, dass wir Teams vor Ort anbieten oder senden, die die Abläufe in der jeweiligen Praxis oder Klinik kontrollieren, optimieren und an festgelegte Mindeststandards anpassen. Zum Beispiel bestimmte Hygienestandards. Dafür gibt es dann ein Zertifikat. Leider wird viel zu wenig Gebrauch von diesem Angebot gemacht. Dies ist der eine Punkt, aber viel wichtiger ist die wissenschaftliche Ausbildung der Kollegen, um hier sekundär die Patientensicherheit zu erhöhen. Ideal sind Live-Operationskurse oder, wo dies schwierig ist, Operationsvideos, anhand derer viele Tricks vermittelt werden können.

Die Qualifikation des Facharztes für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Jeder Arzt, der frisch von der Uni kommt darf „Schönheitsoperationen“ durchführen. Das ist ein großes Problem! Deshalb fordern wir seit Jahren, dass gerade dieses große Fachgebiet per Gesetz nur von ausgebildeten Fachärzten für Plastische und Ästhetische Chirurgie bedient werden darf. Hier steht natürlich der Plastische Chirurg schon aufgrund seiner langjährigen Ausbildung im Vordergrund. Aber auch der Mund-Kiefer-Gesichtschirurg kann in seinem Fachgebiet, genauso wie der Hals-Nasen-Ohrenarzt auch, spezifische Eingriffe anbieten, wenn er eine Zusatzbezeichnung „Plastische Operationen“ nach zweijähriger Weiterbildung erlangt hat, durchführen. Dennoch passiert es häufig, dass diese Kollegen die anatomischen Grenzen sehr weit verschieben und anstelle nur im Gesicht zu operieren, auch Brüste verschönern und Fett an den Oberschenkeln absaugen. Dagegen wehren wir Plastische Chirurgen uns seit Jahren und versuchen durch intensive Öffentlichkeitsarbeit und Einflussnahme auf Politik und Verbände, Veränderungen zur Verbesserung der Patientensicherheit herbeizuführen. Im internationalen Vergleich gibt es allerdings schon Länder, in denen klar reglementiert ist, welcher Facharzt was darf. In Dänemark beispielsweise darf nur der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurg entsprechende „Schönheitsoperationen“ durchführen, in Frankreich ist dies ebenfalls stark Gebietsbezogen und gesetzlich geregelt. Das würde ich gerne in viel mehr Ländern erreichen und sehe hier auch eine spannende Aufgabe meiner Präsidentschaft.