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Weitere Informationen finden Sie auf www.dgaepc.de.

In Deutschland und auch sonst in Europa ist dieser Trend noch nicht ganz angekommen, lässt sich in den Erhebungen der DGÄPC aber bereits gut ablesen. So war 2015 etwa jede vierte von einem Ästhetisch-Plastischen Chirurgen durchgeführte Behandlung nicht invasiv, 2016 zählten sogar gut 40 Prozent der Behandlungen zu den nicht chirurgischen.

Wenn auf das Skalpell verzichtet werden soll, stehen dem Ästhetisch-Plastischen Chirurgen heute diverse Behandlungsoptionen zur Verfügung. Besonders gefragt sind dabei die sogenannten Injektionstherapien, also vor allem Faltenbehandlungen mit Botulinumtoxin oder Hyaluronsäure. Botox- und Fillerinjektionen führen mittlerweile sogar das Behandlungsranking an und sind damit bei den Patienten beliebter als chirurgische Klassiker unseres Fachgebietes wie Brustvergrößerung, Fettabsaugung und Augenlidkorrektur.

Wer die Menschen sind, die sich für eine Injektionsbehandlung interessieren, lässt sich anhand der DGÄPC-Patientenbefragung 2016/2017, die wir im November 2017 der Öffentlichkeit vorstellen, gut eingrenzen: Patienten, die eine Faltenbehandlung mit Botox® oder Filler durchführen lassen, sind im Durchschnitt gut 48 Jahre alt und zum größten Teil (84,6 Prozent) weiblich. Die Patienten sind mehrheitlich berufstätig (63,9 Prozent) und befinden sich in einer festen Beziehung oder sind verheiratet (63,4 Prozent).

Interessanterweise lassen sich aber auch Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Patienten erkennen: So ist bei Männern die Botulinumbehandlung deutlich beliebter als die Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure, während die beiden Behandlungen bei Frauen ungefähr gleichauf liegen. Frauen gaben auch etwas häufiger an als Männer, dass sie sich von der Injektionsbehandlung in erster Linie eine seelische Besserung erhoffen. Und überraschenderweise legen Männer, die sich einer Faltenbehandlung unterziehen, besonders großen Wert auf Ambiente und Ausstattung der Praxis oder Klinik: 31,3 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen diese Faktoren sehr wichtig seien. Bei den Frauen waren es nur 24,5 Prozent.

Insgesamt ist die Zufriedenheit der Patienten mit der Faltenbehandlung recht groß: Mehr als die Hälfte der Befragten kam bereits zur Auffrischung der Behandlung, mehr als 90 Prozent würden ihren Facharzt weiterempfehlen.

Vielen ist nicht bewusst, dass eine Unterspritzung nur von „Angehörigen der Heilberufe“, wie es offiziell heißt, durchgeführt werden darf.

Woher kommt aber der allgemeine, kontinuierliche Beliebtheitsanstieg bei sanften Therapien? Er erklärt sich in erster Linie aus den klaren Vorteilen, die eine nicht invasive Behandlung mit sich bringt: In der Regel Verzicht auf Narkose, keine oder geringe Ausfallzeiten, schnelle Ergebnisse und im Vergleich zu ästhetisch-plastischen Operationen geringe Kosten sprechen für die nicht chirurgischen Optionen. Zudem handelt es sich bei den sanften Methoden oft um sinnvolle Ergänzungen oder vorläufige Alternativen, mit denen sich manchmal ein operativer Eingriff auch noch um ein paar Jahre hinauszögern lässt. Ein weiterer Vorteil besteht in der praktischen Reversibilität: Gefällt dem Patienten der Effekt der Behandlung nicht, kann er einfach auf eine Auffrischung verzichten. Dem steht eigentlich nur nachteilig gegenüber, dass sanfte Behandlungen oft nicht so lang anhalten und dass mit ihnen nicht die gleichen Ergebnisse erzielt werden können wie mit einer Operation. So können Botox®, Filler und Co. zwar gut zur Behandlung auch deutlicherer Gesichtsfalten eingesetzt werden, eine massive Gewebeerschlaffung des Gesichts lässt sich aber meist nur mit einem umfassenden Facelifting in den Griff bekommen.

Angesichts der großen Nachfrage bei nicht chirurgischen ästhetischen Behandlungen und einer damit verbundenen gewissen Normalisierung (oft auch Bagatellisierung) dieser Therapien sollten interessierte Patienten ein paar wichtige Punkte beachten: Zum einen ist nicht jede sogenannte sanfte Behandlung wirklich sanft. Manche stellen auch eine erhebliche Belastung für den Körper dar und sollten daher nur nach eingehender Beratung und Aufklärung durchgeführt werden. Denn so einfach eine Unterspritzung erscheint: Auch dabei kann einiges schiefgehen, wenn der Anwender nicht genau weiß, was er tut.

Hinzu kommt, dass sich mittlerweile diverse Anbieter tummeln, die beispielsweise Unterspritzungen durchführen, ohne über eine medizinische Ausbildung zu verfügen. Vielen ist nicht bewusst, dass eine Unterspritzung nur von „Angehörigen der Heilberufe“, wie es offiziell heißt, durchgeführt werden darf. Wenn es um eine Faltenbehandlung durch Injektion geht, sind Patienten bei einem erfahrenen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen am besten aufgehoben, da er sich ausgezeichnet mit der Anatomie des Gesichts auskennt. Darüber hinaus ist er – im Gegensatz zu den meisten anderen Anwendern – sowohl mit chirurgischen als auch mit nicht chirurgischen Verfahren bestens vertraut. Nicht zuletzt kennt er dadurch auch die Grenzen der verschiedenen Methoden und kann eine fundierte Empfehlung geben, auf welchem Wege sich die gewünschten Ergebnisse am besten erzielen lassen.

Wer interessiert sich für Botox® und Filler?

Durchschnittsalter der Patienten:
Frauen: 48,8 Jahre
Männer: 45,1 Jahre

Geschlechterverteilung:
Frauen: 84,6 %
Männer: 12,7 %
Keine Angabe: 2,7 %

Beliebtheitsranking Frauen:
Faltenbehandlung mit Fillern: 17,6 %
Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin: 17,5 %

Beliebtheitsranking Männer:
Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin: 13,3 %
Faltenbehandlung mit Fillern: 7,3 %

Erhoffte Besserung Frauen:
nur körperlich: 55,8 %
nur seelisch: 18,2 %
beides: 16,0 %
keine Angabe: 10,0 %

Erhoffte Besserung Männer:
nur körperlich: 54,2 %
nur seelisch: 14,6 %
beides: 18,8 %
keine Angabe: 12,4 %

Durchschnittliche Kosten:
Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin: ab 300,00 Euro
Faltenbehandlung mit Fillern: ab 350,00 Euro

Durchschnittliche Wirkdauer:
Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin: 4 bis 6 Monate
Faltenbehandlung mit Fillern: 4 bis 8 Monate

Quelle: DGÄPC-Statistik 2017