Das weltweite Wissen verdoppelt sich mittlerweile alle 2 Jahre.

Vor 10 Jahren hat das immerhin noch 5 bis 7 Jahre gedauert. Diese Beschleunigung der Innovation bleibt für niemanden von uns folgenfrei. Wenn Sie über 40 Jahre alt sind können Sie sich noch an eine ganz andere, wesentlich langsamere und ruhigere – oft auch menschlichere Welt erinnern. Aber auch jüngere Menschen mit Mitte 20 klagen über zunehmenden Stress durch Reizüberflutung und ständigem Entscheidungszwang. Den Begriff „Burnout“ gibt es zwar erst seit etwa 30 Jahren, aber jeder kennt ihn – manch einer sogar aus eigener, leidvoller Erfahrung.

Wie kann man nun mit diesem Trend zur allgemeinen Verkomplizierung umgehen? Früher oder später stellt sich wohl jeder von uns diese Frage, denn niemand kann sich dieser Entwicklung vollkommen entziehen – zumindest solange er innerhalb unserer aktuellen Gesellschaft lebt und arbeitet. Der einzige praktikable Ausweg scheint eine sinnvolle Auswahl und Beschränkung auf die wirklich wesentlichen Dinge des Lebens. Also: Nicht jedem Trend hinterherlaufen, nicht sofort jede eingehende Email lesen, nicht ständig Nachrichten hören oder sehen, nicht ständig und überall auf sozialen Netzwerken präsent und aktiv sein. Aber auch öfters kritisch darüber nachdenken, ob die eine oder andere Neuanschaffung das Leben tatsächlich angenehmer, einfacher macht – oder aber in Wirklichkeit nur den Stress erhöht. Denn jede Anschaffung will ausgewählt sein, will besorgt werden, will eingestellt und gewartet werden - besonders, wenn es sich um technische Produkte handelt.

Weniger ist tatsächlich oft mehr.

„Hässlichkeit verkauft sich schlecht“ sagte der Designer Raymond Loewy in den 50er Jahren. „Kompliziertheit verkauft sich genauso schlecht“ ergänzt Klaus Botta, ebenfalls Produktdesigner und Inhaber eines zukunftsorientierten Design- und Entwicklungsbüros.

Seit 30 Jahren konzipiert und gestaltet er mit seinem Team Investitions- und Konsumgüter im Hinblick auf einfache Herstellung und Anwendung.

„Umso komplexer ein technisches Produkt von seiner Struktur ist, desto intelligenter und gründlicher muss es gestaltet werden, um gut bedienbar zu sein.“ Einfach nutzbare Geräte sind mittlerweile für die allermeisten Kunden wesentlich attraktiver als hochkomplexe Alleskönner. Je komplizierter die Welt wird, desto mehr wächst die Sehnsucht nach Vereinfachung und selbsterklärender Bedienung“.

Eine der bekanntesten Eigenentwicklungen des Königsteiner Büros ist die Einzeigeruhr UNO. Eine Armbanduhr welche die Uhrzeit mit nur einem Zeiger anzeigt – ähnlich einem Messinstrument. Ausreichend genau aber sehr intuitiv ablesbar.

Ein langfristiger Trend zur Vereinfachung von Bedienstrukturen ist mittlerweile deutlich erkennbar. Neben billigen und kurzlebigen Massenprodukten auf der einen Seite, etablieren sich auf der anderen Seite Produkte, die sich durch Wertigkeit, Langlebigkeit und Einfachheit auszeichnen. „Qualität statt Quantität“ könnte man auch sagen. Eine Entwicklung, die gleichermaßen der Umwelt, wie den Nutzern entgegenkommt.

Billige Produkte strahlen negativ auf das Selbstwertgefühl des Besitzers ab – und der Besitz zu vieler Produkte verursachen Stress und Unzufriedenheit.

Weitere Informationen finden Sie auf: www.botta-design.de