Jedes Spiel besteht aus vier Spielabschnitten (in Argentinien bis zu acht), den sogenannten Chukker. Jedes Chukker dauert 7,5 Minuten Nettospielzeit. Fouls führen zum Spielstopp. Ein Seitenwechsel erfolgt nach jedem Tor. Oberste Priorität hat die Sicherheit der Pferde. Jedes Polopony darf pro Tag in maximal zwei Chukker eingesetzt werden, die nicht aufeinanderfolgen dürfen. Ein Spieler benötigt also mindestens zwei Ponys, besser vier, um eine volle Position besetzen zu können.

Im Polo sind die Taktik und der Teamgeist jeder Mannschaft entscheidend. Polo wird in Deutschland von circa 400 Spielern gespielt, die in 35 Klubs organisiert sind.

Wir haben mit einem jungen Mann gesprochen, der sein Leben dem Polosport verschrieben hat. Patrick Maleitzke, 28 Jahre alt, arbeitet als professioneller Polospieler, trainiert, coacht und züchtet gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, Vanessa Schockemöhle, Poloponys auf der Anlage von Vanessas Vater, der Trabrennsportlegende Alwin Schockemöhle. Hier ist auch der Sitz des Poloclub Mühlen, dessen Mitglieder gemeinsam mit Profi Patrick regelmäßig an Turnieren im In- und Ausland teilnehmen.

Wie sind Sie auf Polo als Sportart gekommen und wie alt waren Sie da?

Ich habe mit elf Jahren begonnen zu spielen. Ich hatte schon viel früher einige Male auf dem Pferd gesessen, aber nie wirklich den Einstieg in die klassischen Reitsportarten wie Dressur oder Springen gefunden.

Was war Ihr größter Erfolg bisher?

Die Teilnahme beim Arena Royal County Gold Cup im Polo Club of Berkshire und die Arena-Polo-Europameisterschaften in Baku 2015.

Was lieben Sie an dieser Sportart?

Polo ist ein toller Teamsport, ich liebe die Geschwindigkeit und die Zusammenarbeit mit den Pferden. Wenn man dann noch mit Pferden arbeiten kann, die man auch gezüchtet hat und deren Fortschritte man hautnah über die Jahre mitbekommt, dann ist das wirklich etwas ganz Besonderes.

Wie stehen Sie zu dem Klischee, dass Polo ein Elitesport ist?

Polo ist ein aufwendiger Sport, das ergibt sich schon aus der Vielzahl der Pferde, die wir benötigen. Der Sport hat aber selten etwas mit dem Image zu tun, das wir aus „Pretty Woman“ kennen. Die meisten Spieler, die ich kenne, genießen das gemeinsame Spiel und freuen sich danach auf ein gemeinsames Asado (ein argentinisches Grillen), bei dem über das Spiel und die Ponys philosophiert wird.

Was sollten Einsteiger, außer Reitkenntnissen, mitbringen, wenn sie Lust haben, diese Sportart auszuüben?

Eigentlich bedarf es nicht mal Reitkenntnissen, auch Nichtreiter können hier schnell den Einstieg finden. Es braucht vor allem Spaß an den Pferden und dem Teamsport, der Rest lässt sich lernen. Wir bieten auf unserer Anlage regelmäßig Schnuppertrainings für Einsteiger an, einfach mal vorbeischauen.