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Sicher fahren!

Sicher fahren!
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Niki Schelle: Im Straßenverkehr muss man immer mit allem rechnen, gerade bei dem hohen Verkehrsaufkommen. Foto: RTL II/Severin Schweiger

Niki Schelle ist Rallyefahrer und GRIP-Moderator. Im Interview spricht er über Sicherheit im Straßenverkehr.

Herr Schelle, was bedeutet Sicherheit für Sie?

Also Safety first muss schon sein. Ich ziehe zum Beispiel auch beim Radfahren immer einen Helm auf. Im Straßenverkehr muss man immer mit allem rechnen, gerade bei dem hohen Verkehrsaufkommen. Andere können ja auch Fehler machen, aber eben auch ich selbst schaue lieber zweimal in den Rückspiegel, bevor ich losfahre. Im Straßenverkehr muss man voll konzentriert und bei der Sache sein, wie halt auch auf den Rallyepisten.

Welche Verkehrsmittel nutzen Sie? Und wie sicher fühlen Sie sich dabei im Straßenverkehr?

Natürlich fahre ich mit dem Auto, aber auch selbst Motorrad und hin und wieder mit dem Lkw. Zu Hause versuche ich, so viel wie möglich aufs Auto zu verzichten, und mache kleinere Besorgungen und Erledigungen mit dem Fahrrad. Hin und wieder nutze ich auch die Bahn, wo ich aber oft mit deren Unpünktlichkeit in Probleme komme, deshalb reise ich zu Events und Drehs meist mit dem Auto selbst an.
Mit den vierrädrigen Fahrzeugen habe ich in Sachen Sicherheit keine Probleme, doch auf den zweirädrigen habe ich doch öfter mal eine Schrecksekunde, weil man übersehen wird.

Sie testen in “GRIP – Das Motormagazin” (RTL II) oft Autos, die mächtig was unter der Haube haben. Haben Sie keine Angst vor Unfällen?

Hin und wieder darf ich da auch mal mit Autos mit Leistung ran  und dann muss man am Anfang schon auch den nötigen Respekt haben. Da heißt es zuerst mal fühlen, was das Auto so macht und wie es sich in Kurven verhält, dann kann man nach und nach das Tempo steigern. Inzwischen sind aber die ganzen neuen Autos mit viel Elektronik „vollgestopft“ und dadurch wird einem jetzt auch bei der Beherrschbarkeit geholfen. Aber bei einem Autotest geht man ja nie ans Limit, sodass eigentlich nichts passieren sollte.

(„GRIP – Das Motormagazin“, sonntags um 18:15 Uhr bei RTL II)

Wie sieht es privat aus: Sportwagen oder Familienkutsche?

Bei dem derzeitigen Verkehrsaufkommen kann man seinen Sportwagen eh nicht nutzen, wie ich es wollen würde, wenn vielleicht mal in der Nacht. Deshalb haben wir ein normales Auto mit Allrad, da bei uns im Winter am Alpenrand mit dem Allrad es einfach zur Sicherung der Mobilität gehört. Wenn ich mal Spaß haben will, dann fahre ich mit meinem Rallyeauto einen Wettbewerb, und da kann man dann auf abgesperrten Strecken ans Limit gehen.

Was haben Sie an Sicherheitstechnik in Ihrem Auto? Haben Sie „nachgerüstet“ durch E-Calls, individuelle Anschnallgurte, besondere Kindersitze, wetterfeste Reifen oder sind Autos heute sicherheitstechnisch auf Topniveau?

Wie bereits erwähnt sind die neuen Autos eh mit Elektronik „vollgestopft“, wobei die meisten Sachen für den Straßenverkehr ja was helfen. ESP hilft sicher dem ein oder anderen in einer Gefahrensituation, und dadurch werden halt auch Unfälle vermieden. Aber wenn ich Spaß haben will, dann ohne elektrische Helfer.
Für unser absolut serienmäßiges Straßenauto gehe ich bei den Reifen immer auf Nummer sicher, da meine Frau ja meist das Fahrzeug nutzt und sie oft mit den Kindern unterwegs ist. Die Kindersitze hatten damals ein passendes System vom Hersteller, aber ansonsten habe ich nichts Zusätzliches verbaut.

Ähnlich wie Motorsportprofis leben Sie quasi zwischen Highspeed und Berufsverkehr. Ganz ehrlich, was liegt Ihnen mehr? Juckt der Gasfuß im Straßenverkehr – oder werden Sie eher beim Test auf der Piste nervös?

Früher war ich ja Motorsportprofi und so in der Rallyeweltmeisterschaft unterwegs, das war eine wunderbare und unglaubliche Zeit. Hier ging es rein um den Erfolg und da musste man ans, manchmal auch übers Limit gehen …
Im normalen Straßenverkehr bin ich eher der Unauffällige und fahre normal im Straßengeschehen mit. Beim derzeitigen Verkehrsaufkommen, was ja wohl noch schlimmer wird, bleibt einem ja fast keine andere Möglichkeit. Dadurch vermeidet man ja auch riskante Manöver und gefährdet auch niemanden.
Für meine Motorsportlizenz, die ich zum Rallyefahren – das ich inzwischen nur noch vereinzelt zum Spaß mache – benötige, brauche ich auch meinen Führerschein. Das bedeutet, wenn ich meinen Führerschein verliere, dann darf ich auch keine Rallyes mehr fahren und kann meinen Job wie beispielsweise für GRIP nicht machen.

Wie groß ist die Umstellung, wenn Sie mittags 300 PS testen und am Abend durch die 30er-Zone zum Supermarkt fahren?
Natürlich ist es immer schwierig,

wenn man auf abgesperrten Gelände mit leistungsstarken Fahrzeugen fährt und dann im normalen Straßenverkehr unterwegs ist. Hier muss man sofort im Kopf den Schalter auf Normalmodus umlegen. Das ist aber auch immer das, was ich bei den diversen Fahrtrainings, wo ich als Instruktor unterwegs bin, predige.
Viel wichtiger ist aber meist der Blick auf die Reifen, ob sie nicht schon die Verschleißgrenze überschritten haben.

Zum Schluss ein Blick in die Zukunft. Wie wird sich das Verhältnis von Sicherheit und Mobilität in Zukunft entwickeln, zum Beispiel autonomes Fahren?

Autonomes Fahren hört sich für mich gut an, wenn ich im Stau oder stockenden Verkehr unterwegs bin und ich parallel Büroarbeit im Auto machen kann. Ansonsten bin ich nicht so der Fan von Elektro. Für mich ist Autofahren immer noch eine Faszination und ich durfte in meiner Rallyezeit viele schöne Stunden erleben.
Generell wäre es für mich wichtiger, den Verkehr in seiner ganzen Masse in geordnete Bahnen zu bringen. Aber leider weiß ich den Schlüssel dazu nicht …

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