Der “Katzentyp“

Die „Miezekatze“ lebt 12 Millionen Mal in deutschen Haushalten, weit mehr als jedes andere Haustier. Allerdings wird sich wohl nie wirklich entscheiden lassen, ob das an ihrer eleganten Schönheit liegt, ihrer Verspieltheit, ihren Schnurr- und Streichelqualitäten – oder einfach nur an ihrer pflegeleichten Selbstständigkeit. Gegen ein Haustier, das auch mehr oder weniger wunderbar alleine klarkommt, kann man kaum gewinnen. Trotzdem wichtig: Katzen sind Reviertiere mit Jagdinstinkten, großem Freiheits- und Bewegungsdrang, und – kurz gesagt – ihrem eigenen Leben. Sie können sehr enge Verbindungen mit Menschen eingehen, aber genauso gut – und aus ihren ganz eigenen Gründen - einfach für immer abhauen. Klar, dass es darum den einen „Katzentypen“ nicht gibt. Bis auf das Einsperren in einer kleinen Wohnung sind fast alle „Lebensentwürfe“ möglich.

Der „Hundemensch“

Bei welchem anderen Haustier würde man überhaupt auf die Idee kommen, es einen „Freund“ zu nennen – geschweige denn den „besten Freund des Menschen“?  Kein Wunder: während Katzen uns vielleicht seit etwa  10.000 Jahren  durch die Beine schleichen, leben Hunde und Menschen schon mindestens dreimal so lange zusammen.

Und während Katzen immer ihre Einzelgänger-Natur bewahrt haben, stammt der Haushund vom Wolf ab, ist in seinem Wesen immer Rudeltier – und darum komplett auf „Herrchen“, bzw. „Frauchen“ fixiert. Vielleicht ist darum hier so viel von Katzen die Rede. Ein Hund als Haustier ist genau das Gegenteil, und braucht mehr als Bewegung und Beschäftigung: Hunde brauchen eine echte, täglich aktive Beziehung. Wer keine Zeit für einen neuen Freund hat, sollte so eine Beziehung also gar nicht erst anfangen.

Kategorie „Oh wie süß!“

Auf dem dritten Platz der beliebtesten Haustiere hoppelt und krabbelt alles, was klein, weich und niedlich ist: Meerschweinchen, Kaninchen, Hamster und Co.  Da es sich hier meist um relativ kurzlebige – und kognitiv wie kommunikativ eher bescheiden bemittelte – Nagetiere handelt, lässt sich der Haustier-Typen-Test relativ schnell abschließen: Sind Sie jünger als 8 oder 9, und älter als 5 oder 6?

So richtig viel ist mit den süßen Fellbällen nicht anzufangen - aber das ist keineswegs unfreundlich gemeint! Für Kinder im richtigen Alter ist ein kleines Nagetier oft genau das Richtige. Wer mit dem Gedanken spielt und nicht zu viel erwartet, sollte nur bedenken, dass es trotzdem ein „zu wenig“  geben kann: wer nur Platz für einen zu kleinen Käfig hat oder nach zwei Wochen das Interesse verliert, tut niemandem einen Gefallen.

„Zwitscher! Tschilp! Piep!“

Die allermeisten Ziervögel wollen nicht spielen, nicht gestreichelt werden, hören auf keinen Namen und kommen auch nicht freudig zur Tür geflattert, wenn man nach Hause kommt. Trotzdem erfreuen sich rund vier Millionen deutsche Haushalte des täglichen Gezwitschers und des farbenfrohen Federkleids von Wellensittichen, Kanarienvögeln oder Finken.

Einige Arten sind dabei durchaus kommunikativ und intelligent, viele sind als Schwarmvögel auf Gesellschaft angewiesen und sollten auf keinen Fall alleine gehalten werden, alle brauchen Sonnenlicht und täglichen Freiflug in der Wohnung. Was viele nicht wissen: Ziervögel werden bis zu fünfzehn Jahre alt - und bei entsprechender Zuwendung zahm und zutraulich.

Der „stille Beobachter“

Nein, Spinnen, Schlangen und andere Exoten haben es noch nicht in die Top 5 geschafft – auf dem fünften Platz mit etwas über zwei Millionen Haushalten landet der Fisch-Freund mit Süßwasseraquarium. Hat man einmal Beschaffung und Einrichtung hinter sich, geht es den Besitzern dieser stillen Haustiere vor allem ums „Zukucken“. Viele Fische sind einfach nur wunderschön; viele legen interessante und manchmal ziemlich lustige Verhaltensweisen an den Tag. Wichtig ist nicht nur, dass Temperatur, chemische Zusammensetzung des Wassers und Einrichtung des Aquariums auf die Bewohner abgestimmt sind – alle Bewohner müssen auch zueinander passen.