Bewegung, Spiel und gemeinsame Zeit gehören zu einem erfüllten Tierleben – doch wie viel ist genug? Influencerin Maria Bläser (@gepunktet) spricht über realistische Routinen, sinnvolle Beschäftigung und entspanntes Reisen mit Haustieren.

Wie viel Zeit sollte man im Alltag täglich bewusst für Bewegung und Spielen mit seinem Haustier einplanen? Und wie verbindest du das mit einem vollen Alltag mit Job, Familie und Freizeit?
Es ist schwierig, dafür eine feste Minuten- oder Stundenanzahl zu nennen, denn jedes Tier ist individuell – abhängig von Alter, Rasse und Gesundheitszustand. Daran sollte man sich in erster Linie orientieren.

Wir versuchen zum Beispiel, unsere drei Hunde bewusst in den Alltag einzubinden. Wenn ich mich mit meiner Tochter beschäftige, trainieren wir gemeinsam mit den Hunden oder üben, dass sie ruhig im Kinderzimmer liegen, während neben ihnen gespielt wird. Auch das gehört zur Beschäftigung dazu. Wichtig ist außerdem zu verstehen, dass Beschäftigung nicht Daueraktion bedeutet. Hunde sollten nicht permanent in Bewegung sein, da sie sonst schnell überreizt werden.
Was sind aus deiner Sicht die sinnvollsten Beschäftigungen für Hunde und Katzen und warum? Und wie erkennt man, ob das Haustier ausgelastet ist oder mehr Beschäftigung braucht?
Sinnvolle Beschäftigung ist weit mehr als reine Bewegung. Gerade bei Hunden wird Kopfarbeit oft unterschätzt. Schnüffelspiele, Suchaufgaben oder kleine Tricks im Alltag lasten viele Hunde stärker aus als stundenlanges Laufen – und machen ihnen zusätzlich Spaß. Ebenso wichtig ist es, von Anfang an Ruhe zu trainieren, damit Hunde bewusst abschalten können und nicht dauerhaft unter Strom stehen.


Unsere Katzen hingegen sind viel draußen unterwegs und beschäftigen sich dort selbst. Im Winter sehen wir sie häufiger nachts im Haus, im Sommer eher tagsüber zum Ausruhen, Fressen oder Kuscheln.
Sie holen sich ihre Aktivität draußen und suchen sich ihre Ruhephasen eigenständig.
Wie gestaltet sich das Reisen mit Haustieren – welche Tipps hast du für Outdoor-Abenteuer und was sollte man unbedingt beachten?
Reisen ist für Tiere zunächst etwas völlig Fremdes: neue Abläufe, Gerüche und Orte. Deshalb hilft es, Gewohntes mitzunehmen – etwa Decken, Rituale oder vertraute Gegenstände –, damit sie sich schneller anpassen können. Wichtig ist außerdem, die eigenen Erwartungen realistisch zu halten. Outdoor bedeutet nicht automatisch Action. Nach aktiven Tagen sollten bewusst ruhigere folgen, und nicht jede Aktivität passt zu jedem Hund. Man sollte das eigene Tier gut kennen und seine Bedürfnisse respektieren.

Wir reisen zum Beispiel gern nach Österreich, machen dort kleinere Touren in den Bergen oder an Seen – angepasst an das Alter und die Kondition unserer Hunde.
Gibt es typische Fehler, die viele Tierhalter beim Spielen oder bei Outdoor-Aktivitäten machen – und wie kann man sie vermeiden?
Viele Fehler entstehen aus guten Absichten: Man möchte viel erleben und Erinnerungen schaffen. Für Tiere ist jedoch nicht „mehr“ entscheidend, sondern das richtige Maß. Ruhepausen sind enorm wichtig, damit sie nicht dauerhaft überfordert sind. Deshalb halten wir unsere Reisen bewusst eher kurz – meist vier Tage bis maximal eine Woche.
Weniger kann für das Tier oft mehr sein.


