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MEIN HAUSTIER

Tierwohl mit Herz und Haltung: Am Chianinahof wird Verantwortung täglich gelebt

Fotos: Chianina Hof

Zwischen Stall und Weide zeigt sich, wie Cheyenne Ochsenknecht und Nino Sifkovits vom Chianinahof Tierwohl verstehen. Frische Luft, Licht, Bewegungsfreiheit und der respektvolle Umgang mit jedem einzelnen Tier prägen ihren Hofalltag. Sie möchten nachvollziehbar machen, wie Lebensmittel entstehen – Transparenz ist für sie dabei ein zentraler Baustein.

Cheyenne Ochsenknecht & Nino Sifkovits

Weitere Einblicke auf der Website!

Was bedeutet „Tierwohl“ für euch persönlich – und wie hat sich euer Blick darauf durch das Leben mit eigenen Tieren verändert?

Tierwohl bedeutet für uns Respekt vor dem Tier als Mitgeschöpf. Es geht nicht nur um Versorgung, sondern um Aufmerksamkeit, Beobachtung und Verantwortung. Durch das tägliche Leben mit unseren Tieren hat sich unser Blick geschärft: Man erkennt kleinste Veränderungen im Verhalten und entwickelt ein Gespür dafür, wann ein Tier sich wirklich wohlfühlt. Für uns zeigt sich Tierwohl ganz konkret in der Art der Haltung. Unsere Tiere leben im Offenstall mit viel Platz, frischer Luft und Licht. Sie haben strukturierte Bereiche zum Liegen, Fressen und Bewegen und regelmäßigen Zugang zur Weide. Wir haben uns bewusst für die Rasse Chianina entschieden, weil sie robust ist und gut zu unserer Form der Haltung passt.

Tierwohl ist für uns nichts Theoretisches – wir sehen jeden Tag, wie sehr Platz, Ruhe und natürliche Abläufe das Verhalten der Tiere prägen.

Welche Rolle spielen Gesundheit und Prävention im täglichen Umgang mit Haus- und Stalltieren?

Gesundheit beginnt im Alltag. Saubere Liegeflächen, hochwertiges Futter, ausreichend Bewegung und ruhige Abläufe sind die Basis. Wir kontrollieren unsere Tiere regelmäßig und reagieren frühzeitig auf Veränderungen. Prävention bedeutet für uns vor allem, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Krankheiten möglichst gar nicht erst entstehen. Dazu gehören trockene und großzügige Liegeflächen, ausreichend Platz pro Tier und eine gute Stallluft. Bewegung ist ein zentraler Faktor – genauso wie eine stressarme Umgebung. Wir arbeiten mit klaren Routinen und schauen genau hin, denn viele Veränderungen erkennt man früh, wenn man seine Tiere täglich begleitet.

Viele Tierhalter sind unsicher, wie artgerechte Haltung heute aussehen sollte. Worauf achtet ihr besonders, wenn es um Umgebung, Bewegung und Beschäftigung geht?

Entscheidend sind Platz, frische Luft, Licht, strukturierte Bereiche im Stall sowie Weide- und Bewegungsmöglichkeiten. Ebenso wichtig ist die Herdenstruktur: Sozialkontakt und natürliche Abläufe fördern Ausgeglichenheit und Stabilität. Unser Offenstallkonzept ermöglicht den Tieren freie Bewegung. Sie können selbst entscheiden, wo sie sich aufhalten – ob im Liegebereich, am Futtertisch oder draußen. Für uns ist wichtig, dass die Herde als Sozialverband bestehen bleibt, weil Rinder Herdentiere sind. Wir beobachten, dass stabile Gruppen und ausreichend Raum wesentlich zur Ruhe in der Herde beitragen.

Habt ihr schon Erfahrungen mit stressempfindlichen Tieren, sensiblen Phasen, Veränderungen oder besonderen Situationen gemacht?

Geburten, Jungtieraufzucht, Futterumstellungen oder Wetterextreme erfordern besondere Aufmerksamkeit. In solchen Phasen sind Ruhe, klare Routinen und genaue Beobachtung entscheidend, um Stress zu minimieren. Gerade rund um die Geburt oder in der Aufzuchtphase achten wir besonders auf eine ruhige Umgebung. Auch bauliche Maßnahmen wie großzügige Bereiche im Stall helfen, Stress zu reduzieren.

Wir sind überzeugt, dass viele Probleme gar nicht erst entstehen, wenn Tiere ausreichend Platz und stabile Abläufe haben. Sensible Phasen begleiten wir deshalb mit noch mehr Präsenz und Aufmerksamkeit.

Artenschutz und Hilfe für Tiere in Not werden gesellschaftlich immer wichtiger. Warum ist es euch ein Anliegen, auch über Haustiere hinaus Verantwortung zu übernehmen?

Tierwohl und Artenschutz enden nicht am Hoftor. Wer täglich mit Tieren arbeitet, erkennt ihren Wert und ihre Verletzlichkeit. Deshalb sehen wir es als unsere Aufgabe, Bewusstsein zu schaffen, Wissen weiterzugeben und nachhaltige Kreisläufe zu stärken. Uns ist wichtig, transparent zu zeigen, wie Landwirtschaft heute aussehen kann. Wir möchten Einblicke geben, erklären und den Dialog suchen. Viele Vorurteile entstehen aus Unwissenheit – deshalb sprechen wir offen über unsere Arbeit und unsere Entscheidungen. Verantwortung bedeutet für uns auch, regionale Kreisläufe zu stärken und nachvollziehbar zu machen, woher Lebensmittel kommen.

Was müsste sich eurer Meinung nach ändern, damit Tierwohl und eine gute Zukunft für Mensch und Tier selbstverständlich wird?

Mehr Bewusstsein für Qualität statt Quantität, mehr Transparenz in der Landwirtschaft und mehr Dialog zwischen Produzenten und Konsumenten. Tierwohl sollte selbstverständlich sein – nicht Ausnahme oder Trend. Wir glauben, dass Wertschätzung für Lebensmittel ein zentraler Punkt ist. Wenn Herkunft, Haltung und Aufwand wieder stärker gesehen werden, verändert das auch den Blick auf Tierwohl. Mit unserer Direktvermarktung möchten wir genau diesen Weg gehen: kurze Wege, Transparenz und Verantwortung für den gesamten Prozess vom Tier bis zum fertigen Produkt.

Weitere Einblicke von Cheyenne & Nino, und ihrem Chianinahof in der Steiermark in Dobl gibt es auf ihrer Webseite:

Schaut mal rein!

Wer Lust hat, kann auch die neue Staffel “Unser Hof“ auf Sky anschauen und verfolgen, wie die beiden jeden Tag Artenschutz und Tierliebe leben!
Ab dem 21. April auf Sky/ Wow läuft zusätzlich die 5. Staffel „Diese Ochsenknechts“.

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