Der Sommer 2026 ist die Saison der Sinne – und wo lässt er sich besser genießen als auf dem Sinnesradweg im Nürnberger Land? Auf vier Etappen, 160 km und rund 1800 Höhenmetern finden alle Entdecker genau den richtigen Schwierigkeitsgrad. Von familienfreundlich bis herausfordernd – durch die Anbindung an die Radrundtouren des Nürnberger Lands sind die einzelnen Abschnitte für jeden machbar. Unterwegs laden 14 Stationen ein, die Region mit allen Sinnen zu erkunden. So ist es Radelnden ein Leichtes, den Alltag hinter sich zu lassen und das Nürnberger Land auf jeder Ebene zu genießen.
Etappe Eins bringt Radfahrer vom romantischen Schnaittachtal bis ins malerische Pegnitztal: Es geht entlang schattenspendender Wälder, saftiger Wiesen und vorbei an beschaulichen Dörfern mit altehrwürdigen Herrensitzen. Unterwegs kann man einen Blick auf die mächtige Festung Rothenberg werfen. Die größte Barockfestung Europas sitzt auf einer hohen Bergzunge. Wer sich die Zeit für eine Besichtigung nimmt, kann das noch gut erhaltene unterirdische Gewölbe entdecken. Doch bereits die gigantische Außenansicht beeindruckt. Vielleicht gleich eine kleine Challenge annehmen und die Distanz, Größe und Höhe der Festungsmauern erraten? Die Auflösung gibt es mittels eines QR-Codes. Eine besondere Raststation wartet auf dieser Etappe im Naturpark Fränkische Schweiz-Frankenjura: Das Waldsofa. Hier hat man die Möglichkeit, durch ein Rohr zu lauschen oder zu blicken und den Wald auf diese Weise neu zu erleben.

Natur ertasten heißt es dagegen auf Etappe Zwei beim Barfußpfad in Neuhaus an der Pegnitz. Die verschiedenen Materialien des Dolomitkiefernwalds wie Zapfen, Äste, Sand und Kies pieksen oder schmeicheln den Füßen. Unterschiedliche Gesteine wie Basalt, Granit, Schiefer, Sandstein und Jura-Kalk können zusätzlich befühlt werden und geben Einblick in die Geologie der Region und darüber hinaus. Ebenfalls spannend und äußerst lehrreich ist ein Stopp an der Harnbachmühle bei Enzendorf. Dieser Ort der Inklusion und Begegnung vermittelt Gästen, was passiert, wenn die Sinne eingeschränkt sind oder sogar komplett ausfallen. Allein schon das Motto der Mühle inspiriert auf diesem Weg: „Abenteuer für alle.“

Auch ein paar reizvolle Anstiege hat der Weg in petto – zum Beispiel bei der Etappe Drei von der Fränkischen Alb ins Albvorland. Für die Anstrengungen belohnen herrliche Ausblicke wie von Püscheldorf hinunter nach Altdorf. Die Tour führt unter anderem am Flüsschen Schwarzach und an Streuobstwiesen vorbei, bei deren Früchten man sich bedienen darf. Schließlich radelt man entlang des historischen Ludwig-Donau-Main-Kanals bis nach Feucht. Als längstes Denkmal Bayerns feiert der Kanal heuer sein 180jähriges Jubiläum und er ist heute ein Naturidyll.

Auf der letzten Etappe tauchen Entdecker in die Geschichte des Nürnberger Landes ein. Es geht durch den ersten Bannwald Bayerns, den Lorenzer Reichswald und weiter in den Sebalder Reichswald. Hier, im ehemaligen Zeidlergebiet, kann man sich über dieses fast vergessene Handwerk informieren. Zeidler waren Waldimker, die bereits im Mittelalter Honig von wilden oder halbwilden Bienenvölkern sammelten. In Schwaig lebt unweit des Radwegs ein aktives Bienenvolk. Die Gerüche und das stete Brummen des emsigen Volkes sind Eindrücke, die beruhigend wirken. Zum Abschluss, bevor man den Startpunkt des Radwegs erreicht, sollte man unbedingt den unvergleichlichen Ausblick von Tauchersreuth bis nach Nürnberg hinein genießen.

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