
Dr. Sabine Schüller
Geschäftsführerin, Bundesverband für Tiergesundheit e. V. (BfT)
Gesundheit ist eine wichtige Voraussetzung für das Wohlbefinden von Tieren. Deshalb beginnt verantwortungsvolle Tierhaltung nicht erst mit der Behandlung einer Erkrankung, sondern mit Vorsorge. Dazu gehören eine tiergerechte Haltung und Fütterung, Hygiene, regelmäßige tierärztliche Betreuung, Parasitenkontrolle, frühzeitige Diagnostik und dem Bedarf und Bedürfnissen angemessen Impfungen. So lassen sich viele Erkrankungen verhindern oder früh erkennen.
Das gilt für Haus- und Heimtiere ebenso wie für Nutztiere. In einem landwirtschaftlichen Betrieb schützt Prävention nicht nur das einzelne Rind, Schwein oder Huhn, sondern immer auch die Gesundheit des gesamten Bestands. Gerade dort können sich Infektionen rasch ausbreiten, wenn sie nicht früh erkannt und begrenzt werden. Impfungen sind dabei ein wichtiger Baustein: Gegen mehr als 100 verschiedene Tierkrankheiten kann heute durch Impfung vorgebeugt werden. Impfprogramme helfen, Infektionskrankheiten und Tierseuchen einzudämmen und können den Bedarf an Behandlungen, etwa mit Antibiotika, reduzieren. Krankheiten bedeuten zudem zusätzliche Behandlungen, einen höheren Ressourcenbedarf und Verluste. Gute Tiergesundheit trägt deshalb auch zu einer nachhaltigeren Tierhaltung und Lebensmittelproduktion bei.
Damit Vorsorge zuverlässig funktioniert, sind abgestimmte Strategien notwendig. Krankheitserreger halten sich nicht an Betriebs-, Länder- oder Staatsgrenzen. Gemeinsame Standards bei Überwachung, Biosicherheit und Prävention von Tierseuchen helfen, Risiken früh zu erkennen und im Ernstfall schnell zu reagieren. In der Praxis kommt es darauf an, dass Tierhaltende sowie Tierärztinnen und Tierärzte geeignete Maßnahmen passend zur Tierart, zur Haltungsform und zur jeweiligen Krankheitssituation einsetzen können.
Wie eng Tiergesundheit mit unserer eigenen Gesundheit verbunden ist, beschreibt der One-Health-Ansatz. Er betrachtet die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt gemeinsam. Besonders sichtbar wird das bei Zoonosen, also Infektionskrankheiten, die zwischen Tier und Mensch übertragen werden können. Wer Krankheiten bei Tieren verhindert, Übertragungswege unterbricht und Arzneimittel verantwortungsvoll einsetzt, schützt deshalb nicht nur Tiere. Prävention kann zugleich Menschen schützen und Ressourcen schonen.
Tierwohl, Tiergesundheit und Gesundheitsschutz gehören zusammen. Je früher wir Krankheiten vermeiden oder erkennen, desto besser können wir Tiere schützen – ganz gleich, ob Haus- oder Nutztier.

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