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Der König am Grill

Der König am Grill
Der König am Grill
Da weiß jemand genau, wie es funktioniert! Foto: 2014 HEEL Verlag GmbH

2013 hat Michael Hoffmann zum wiederholten Male mit seinem Team GutGlut die Titel “Deutscher Grill- und Barbecue-König” sowie Vize-Grillweltmeister errungen.

Im Interview spricht er über den Bazillus Grillus, gibt Grilltipps und verrät Rezepte aus seinem Buch.

Herr Hoffmann, bitte erzählen Sie uns, wie Sie zum Grillen gekommen sind.

Bei uns zuhause wurde immer schon im Sommer gegrillt. So richtig Grillfieber habe ich aber erst bekommen, seit ich mit meiner Frau zusammen bin.

Inwiefern?

Bei meinem Schwiegervater war im Sommer jeden Abend der Grill an. Anfangs durfte ich dann auch mal Würstchen grillen und später hat er mir den Grill dann ganz überlassen. Nackensteaks, Würstchen und als Highlight mal ein gefüllter Champignon – und trotzdem hat es mich gereizt.

Wann wurde daraus eine Passion?

Vor elf Jahren habe ich von den deutschen Grillweltmeisterschaften erfahren. Ich habe meinem Bruder und zwei weiteren Freunden aus Mühlheim an der Ruhr, dem Dirk Bey und dem Olaf Seidel, davon erzählt und uns hat der “Bazillus-Grillus” infiziert, wir wurden zusammen das Team GutGlut und meldeten uns direkt für die Meisterschaft in Deutschland an.

Heute sind Sie Deutscher Grillmeister und Vize-Grillweltmeister – wie kam es dazu?

Zu dem ersten Wettbewerb kamen wir noch völlig unvorbereitet, ohne Dekoration oder die passenden Weine zum Essen. Trotzdem haben wir auf Anhieb den ersten Preis unter den Amateur-Grillern gewonnen und fahren seitdem zu Profi-Wettbewerben in der ganzen Welt. Amtierend sind wir deutscher Grillmeister, der Teamchef des Grillmeisters bekommt zudem noch eine kleine Zusatzehrung und dadurch bin ich auch amtierender „Deutscher Grill- und Barbecue-König” und das Team GutGlut ist zudem noch Vize-Grillweltmeister und 2015, in Schweden, holen wir uns den Weltmeistertitel. (lacht)

Bitte geben Sie unseren Leser zehn ultimative Grilltipps.

1. Beim Anzünden der Holzkohle nur Sicherheitsanzünder verwenden. Spiritus oder Benzin sind tabu. Explosionsgefahr! Hat man keinen Anzünder im Haus eignen sich Eierkartons sehr gut als Grillanzünder. Am schnellsten ist die Kohle mit einem Heißluftfön angezündet – gibt es im Baumarkt.

2. Holzkohle oder Briketts? Holzkohle ist schneller angezündet – hält aber die Temperatur nicht so lange. Briketts brauchen länger bis sie durchgeglüht sind – halten aber die Hitze besser wenn der Grillabend mal länger dauert. Mein Tipp: Holzkohle und Holzkohlebriketts mischen.

3. Zeit lassen beim Grillen. Mit dem Grillen erst beginnen wenn die Holzkohle eine dünne weiße Ascheschicht gebildet hat.

4. Temperatur prüfen: Die Hand auf der Höhe des Grillrosts über den Grill halten und zählen: 21,22,23. Muss man die Hand vorher wegziehen ist der Grill zu heiß – hält man es länger aus ist die Temperatur nicht hoch genug. Die Temperatur kann man variieren indem man den Grillrost in der Höhe verstellt oder Holzkohle nachlegt.

5. Den Grillrost vorher mit etwas Speiseöl einpinseln. Das verhindert das Anpappen des Fleisches und der Grillrost lässt sich nachher besser reinigen.

6. Nicht vor dem Grillen salzen. Das Fleisch trocknet sonst schnell aus. Nachdem das Fleisch vom Grill kommt erst am Tisch salzen.

7. Das Grillgut (Fleisch, Würstchen, Fisch) eine Stunde vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen. Ist das Grillgut zu kalt verbrennt es außen und ist innen noch nicht gar.

8. Bei Grillwurst sollte diese im Naturdarm sein. Vor dem Grillen mit einer Gabel einstechen. Dies verhindert, dass die Wurst unschön aufplatzt.

9. Nicht mit Bier ablöschen. Das Bier wirbelt dann nur die Asche auf und diese klebt am Fleisch. Besser überschüssige Marinade vor dem Grillen mit Küchenkrepp abtupfen. Wenn man einen Biergeschmack am Fleisch haben möchten das Fleisch über Nacht in eine Biermarinade einlegen.

10. Zum Wenden eine Grillzange oder Grillschere verwenden. Nicht mit einer Gabel in das Fleisch stechen. Der Fleischsaft würde austreten und das Fleisch wird trocken.

11. Fisch sollte indirekt in einem Kugelgrill gegrillt werden. Dann muss man den Fisch nicht wenden und er zerfällt nicht.

12. Nach dem Grillen den Grillrost in nasses Zeitungspapier wickeln und über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag lässt sich der Grillrost dann einfacher reinigen.

Jetzt haben Sie sogar ein Buch geschrieben. Wie kam es dazu?

Letztes Jahr haben wir zehn Jahre GutGlut gefeiert und zu diesem Jubiläum wollten wir etwas Besonderes und kamen auf die Idee unser erstes Grillbuch zu veröffentlichen. Über die Jahre haben sich stapelweise Rezepte angehäuft und die besten haben wir in unser Buch „Der Kugelgrill – Die besten Rezepte der Deutschen Meister“ gepackt.

Lieber Herr Hoffmann, zum Abschluss des Interviews noch eine Frage: Wie gelingt das perfekte Steak?

Kaufen sie zwei T-Bone-Steaks, zu je rund 700 Gramm. Zudem brauchen Sie  Pflanzenöl, einen frischen Rosmarinzweig, Meersalz und schwarzen, frisch gemahlenen Pfeffer. Holen Sie die T-Bone-Steaks etwa zwei Stunden vor dem Grillen aus dem Kühlschrank und lassen Sie diese bei Zimmertemperatur ruhen. Die Steaks erst unmittelbar vor dem Grillen auf beiden Seiten mit etwas Speiseöl einpinseln und kräftig mit grobem Pfeffer aus der Mühle und etwas Meersalz würzen.

Danach richten Sie den Kugelgrill für direktes, sehr heißes Grillen ein und pinseln den Grillrost mit etwas Speiseöl ein. Die Steaks von jeder Seite vier Minuten über der heißesten Glut direkt grillen. Nach der Hälfte der Zeit jeweils um 90 Grad drehen und nur einmal wenden, damit ein perfektes, rautenförmiges Grillmuster entsteht.

Die Steaks anschließend bei geschlossenem Deckel in einem weniger heißen Bereich des Grills zehn bis zwölf Minuten nachgaren lassen. Den Rosmarinzweig in zwei Teile trennen und während des Ruhens auf die Steaks geben.

Die Gesamtgrillzeit liegt für die Garstufe „medium“ bei 270–300 Grad Grilltemperatur bei 18–20 Minuten. Wer es lieber durchgegart mag, lässt das Steak acht Minuten länger auf dem Grill. Das Steak vom Grill nehmen und nochmal mit Pfeffer aus der Mühle und Salz nachwürzen. Fertig, guten Appetit!

Vielen Dank für das tolle Interview!

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