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Immer modisch und stylisch – aber zu welchem Preis?

Foto: CatwalkPhotos via Shutterstock

Wenn die Models über den Catwalk laufen, dann haben die meisten Zuschauer ihren Blick nicht mehr auf sie gerichtet, sondern auf das leuchtende Display ihres Smartphones. Die steigende Popularität von sozialen Medien wie Facebook, Pinterest, YouTube und Instagram haben die Modewelt verändert, denn heute gilt vor allem „Klick sells”. Neue Trends sind allgegenwärtig und werden von Foto-Apps und Fashion-Bloggern an immer noch mehr Leute gebracht. Es wird mehr gekauft und mehr weggeschmissen. Welchen Preis müssen wir für ein solches Verhalten bezahlen?

Die Fashion-Welt 2019

Obwohl die Modeindustrie eine der größten Branchen der Welt ist, zeigt die von The Business of Fashion und McKinsey & Company durchgeführte Studie „State of Fashion 2019”, dass ihr Wachstum 2019 sich auf 3,5 bis 4,5 Prozent verlangsamen wird. Im Vorjahr 2018 lag die Wachstumsrate noch bei 4 bis 5 Prozent.

Populäre Marken in diesem Jahr sind Balenciaga, Stone Island und Versace.  Balenciaga ist Teil des französischen Luxuskonzerns Kering und konnte in diesem Jahr vor allem mit seinem Triple S Sneaker große Erfolge verbuchen. Das italienische Label Stone Island überzeugt in diesem Jahr mit technologisch fortgeschrittenen Jacken, T-Shirts und Hoodies. Versace ist bereits ein alter Hase in der Modewelt. Schon in den 90ern stand das italienische Modehaus für puren Luxus. Auch heute noch gehört die Marke mit zu den angesagtesten Trendsettern der sich ständig verändernden Modewelt.

Doch müssen sich Firmen 2019 nicht nur einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld stellen, auch mehr Engagement für Mensch und Umwelt ist vor allem unter jungen Menschen kein Ausnahmephänomen mehr. So glamourös wie die Fashion-Welt von außen auch erscheinen mag, so hat sie nämlich auch eindeutig ihre Schattenseiten – sowohl für den Menschen als auch für den Planeten.

Mindestlöhne und Ausbeutung

Neben dem Glamour-Leben hat die Fashion-Welt auch den Ruf, viele Menschen auszubeuten. Dies beginnt bereits bei den Näherinnen, die oftmals in Fabriken in China und Südostasien zum dort festgesetzten Mindestlohn arbeiten. Dieser ist oftmals so niedrig angesetzt, dass er nicht einmal zum Überleben reicht.

Aber auch die Models auf den Laufstegen der Welt klagen über die schlechten Arbeitsbedingungen. Bezahlt wird nicht selten in Kleidung anstatt Geld, was für viele Marken günstiger ist. Wer über Geld sprechen möchte, gilt in der Branche schnell als schwierig. Zudem ist die Schönheit die gehandelte Ware, sodass der Mensch dahinter nur zweitrangig ist. Leider sind auch Beziehungen für Geld, Drogenkonsum und Essstörungen in dieser Branche keine Seltenheit.

Umweltsünden im Namen der Mode

Die Textilindustrie produziert jährlich 1,2 Billionen Tonnen CO2. Das ist mehr als alle internationalen Flüge und Kreuzfahrten zusammen. Die Branche ist einer der größten Umweltsünder überhaupt. Da Kleidung mittlerweile zur Massenware geworden ist, vermehren sich auch die Probleme. Mehr Mikroplastik, ein hoher Wasserverbrauch, lange Transportwege und giftige Chemikalien setzen dem Planeten stark zu.

Die Modewelt ist an sich spannend und aufregend. Doch wenn „Fast Fashion” die überhandnimmt, haben Mensch und Umwelt das große Nachsehen. In den letzten 15 Jahren hat sich der Verkauf von Kleidung verdoppelt. Mehr Nachhaltigkeit und ein bewussterer Umgang sind deshalb unumgänglich.

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