Zu ihren Aufgaben gehören Abwehr und Schutz vor Umwelteinflüssen, Wasser- und Wärmeregulation, Sinnes- und Tastfunktion sowie Vitamin- und Hormonproduktion.

Wird dieses komplizierte Organ verletzt, setzt sich ein körpereigener „Reparaturmechanismus“ in Gang. Dieser führt zwar schnell zu einer Schließung der Wunde mit einer Art „Ersatzgewebe“, allerdings kann er die alte Hautstruktur mit all ihren Funktionen nicht mehr herstellen. Es entsteht ein sogenanntes Narbengewebe, das sich im Aussehen und in der Ausbreitung sehr unterschiedlich entwickeln kann.

Im Normalfall stellen Narben kein Gesundheitsrisiko dar und werden oftmals eher als optisch störend empfunden. Auch die Entwicklung jeder Narbe hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von der Art, Größe und Tiefe der Hautverletzung, von der Veranlagung und vom Gesundheitszustand des Patienten sowie von der Versorgung der Wunde. Zusätzlich kommen hier weitere Faktoren wie die Blutversorgung im Wundgebiet, die Dicke und die Farbe der Haut sowie die Narbenlokalisation hinzu.

Narbentypen                                                    

Nach einem idealen Heilungsverlauf sind Narben flach, blass und weich. Sie unterscheiden sich unwesentlich von dem umgebenden Gewebe und sind weniger auffällig. Doch die Entwicklung und das Aussehen lassen sich nicht vorhersehen. 5 Klassifikationen stellen wir Ihnen vor:

1. Atrophe Narben

Das Wort „atroph“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „verkümmert; rückgebildet“. Heilt die Wunde schlecht, zum Beispiel durch anhaltende Entzündungsreaktionen, ist auch die Bildung neuen Bindegewebes verzögert. Die Hautzellen sind nicht in der Lage, in ausreichender Menge Bindegewebsfasern zu bilden. Als Folge entstehen schüsselförmig eingesunkene Dellen. Das Gewebe liegt tiefer als das umgebende Hautgewebe. Häufig sichtbare Beispiele sind Akne- oder Windpockennarben. Diese sind für die Betroffenen sehr belastend und beeinflussen deren Lebensqualität erheblich.

2. Dehnungs- und Schwangerschaftsstreifen

Sie sind weniger Narben im eigentlich betitelten Sinne, sondern vielmehr unschöne Streifen, die diesen ähnlich sehen. Ursache hier sind im Gegensatz zu echten Narben keine offenen Verletzungen der Haut. Durch eine starke Dehnung des Gewebes, etwa durch extremes Wachstum oder starke Gewichtszunahme, werden die kollagenen Fasern in der Unterhaut durch eine hohe Belastung gedehnt. Resultat ist hier eine Schwächung des Bindegewebes und schließlich ein „Zerreißen“ der Hautstruktur. Eine dauerhafte Sichtbarkeit der verdickten und mit der Zeit heller werdenden Hautstreifen bleibt meist nie aus.

3. Narben nach Tattoo-Entfernung

Die rückstandslose Entfernung von Tätowierungen ist auch heute noch vielfach ein Wunschtraum. Trotz neuer Techniken wie einer „schonenden“ Laserbehandlung sitzen die Farbpigmente meist so tief in der Haut, dass deren Entfernung immer eine Verletzung mit hohem Vernarbungsrisiko darstellt. Eine Tattoo-Entfernung erfordert mehrere Eingriffe über einen längeren Zeitraum, sodass die Haut hiermit wiederholt dem Verletzungsrisiko ausgesetzt wird.

4. Hypertrophe Narben

Bei einer hypertrophen Narbe wächst zu viel Bindegewebe ungebremst nach, die Haut wölbt sich nach außen. Diese überschießende Bildung von Bindegewebe, das scharf auf das Wundgebiet beschränkt ist, entsteht typischerweise vier bis sechs Wochen nach der Wundheilung. Hypertrophe Narben können sich gelegentlich zurückbilden, dies stellt aber nicht die Regel dar. Nach einer ungefähr zweijährigen Reifungszeit bleibt meist eine Narbe, die einer Kordel ähnlich ist, zurück. Kommt es zu einer Rückbildung, so wird die weitere Kollagenproduktion gestoppt und zusätzlich kann durch Enzyme überschüssiges Bindegewebe abgebaut werden.

5. Keloide Narben

Wie die hypertrophe Narbe entstehen Keloide durch eine Überproduktion von Kollagen. Während die hypertrophe Narbe auf das Wundareal begrenz bleibt, wuchert beim Keloid das Bindegewebe über das eigentliche Verletzungsgebiet hinaus und überzieht tumorähnlich das umgebende gesunde Gewebe. Keloide fallen als stark gerötete, knotige, wulstartige Schwellungen auf, die sich deutlich über die eigentlichen Wundränder hinaus verbreiten. Beim Keloid kann das gutartig-tumoröse Wachstum bis zu einem Jahr nach der Wundheilung einsetzen. Häufig wächst es mehrere Jahre weiter. Die Gründe, die letztlich zu Keloiden führen, werden immer noch intensiv diskutiert. Sicher ist nur, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen und die Tendenz zu Keloiden erblich ist.

 

In der Tat existiert heute ein ganzes medizinisches Arsenal an Verfahren und Behandlungsmethoden. Mit der passenden Behandlung kann es gelingen, die Problemzone unauffälliger und beschwerdefreier zu machen. Fest steht aber auch, dass es keine einzige Methode gibt, mit der allein alle Arten von Narben zufriedenstellend zu behandeln sind. So muss je nach Art der Narbe, der Lokalisation, der Ausdehnung, dem Alter und weiteren Faktoren jeweils der beste Weg gefunden werden.

Informationen über weitere Narbentypen und geeignete Behandlungsmethoden finden Sie auf http://kelocote.de/behandlung.html