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Faszination eSports

Faszination eSports
Faszination eSports
Der Begriff E-Sport bezeichnet den sportlichen Wettkampf zwischen Menschen mit Hilfe von Computerspielen. Foto: OHishiapply/Shutterstock

TLO war und ist einer der Publikumslieblinge in der eSport-Welt. Da wo er ist, herrschen gute Laune und eine lockere Atmosphäre. Wir sprechen mit Dario „TLO“ Wünsch im Interview.

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Dario „TLO“ Wünsch

Profi Videospieler und einer der erfolgreichsten Gamer Deutschlands

Wie sieht ein normaler Tag für dich aus?

Normale Tage gibt es in dem Sinne für mich nicht. Jeder Tag ist etwas anders. Erstens reise ich durch meinen Beruf sehr viel, interagiere aber auch sehr viel mit anderen Zeitzonen.

Daher gibt es bei mir sehr viel Abwechslung. An einem relativ normalen Trainingstag verbringe ich circa sechs bis acht Stunden mit Training, plus Ausgleichssport und diverse andere Pflichten: Medien, Social Media, Co-Managing von Teamkollegen.

Du hast einige Zeit in Teamhäusern zugebracht. Wie kann man sich das Leben in einem Teamhaus vorstellen?

Ich kann nur von koreanischen Teamhäusern reden, und das ist auch schon einige Jahre her. Als ich damals in Korea lebte, war es sehr spartanisch. Mein Schlafzimmer teilte ich mit sieben anderen Spielern, in Etagenbetten untergebracht. Hat sich ein wenig wie eine Kaserne angefühlt. Es gab zwei Schlafzimmer mit insgesamt 14 Spielern. Zwischen den beiden Zimmern Küche und Trainingsraum. Insgesamt circa 150 Quadratmeter. Wir hatten eine Köchin und eine Putzfrau, also mussten wir uns um nichts Sorgen machen, außer Training. Langfristig hat mir aber die Privatsphäre gefehlt, und heutzutage trainiere ich größtenteils von zu Hause.

Was würdest du beruflich machen, wenn du nicht als professioneller Spieler arbeiten würdest?

Darüber denke ich nicht wirklich nach. Wenn ich kein Spieler mehr bin, möchte ich definitiv der eSports-Szene treu bleiben. Das einzig Wichtige für mich ist, dass ich meine Unabhängigkeit behalte. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, mit einem Job glücklich sein zu können, bei dem ich weisungsgebunden wäre und nicht größtenteils mein eigener Chef.

Die Einstiegshürde in StarCraft II gilt als sehr hoch, und gerade die ersten Multiplayer-Spiele können sehr frustrierend sein. Hast du Tipps für Neulinge?

Das Wichtigste ist, sich Niederlagen nicht so zu Herzen zu nehmen. Auch jeder Pro-Gamer hat Zehntausende Spiele verloren, und aus Niederlagen lernt man am meisten.

Einfach nicht so viele Gedanken machen, das Schöne an RTS ist, dass, egal wie gut man gespielt hat, man sich immer verbessern kann. Auf diesen Trend sollte man sich konzentrieren, aus Fehlern lernen und versuchen, auch an Niederlagen Freude zu finden – auch wenn gewinnen natürlich immer mehr Spaß macht.

Nach dem Ende der diesjährigen Turniersaison stehen einige umfassende Designänderungen an. Wie
ist deine Meinung zu den doch massiven Anpassungen?

Ich stehe Veränderungen positiv gegenüber. Ich liebe SCII, wie es im Moment ist, habe aber auch nichts dagegen, Sachen neu zu gestalten. Ich habe noch keine große Meinung über die Veränderungen, dazu muss ich mich einige Monate, nachdem es so weit ist, beschäftigt haben, um eine sinnvolle Meinung zu bilden. Wird schon okay sein, man kann dann ja noch kleine Patches nachziehen.

Was sind die Schattenseiten des eSports? Was würdest du ändern wollen, wenn du könntest?

Die meisten Leute, die im eSports arbeiten, haben sehr wenig Jobsicherheit. Die Szene ist noch sehr volatil, und das bringt viele Risiken mit sich für Leute, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen möchten.

Aus der Perspektive Pro-Gamer ist die Szene zudem sehr top-heavy. Sehr wenige der Allerbesten verdienen sehr viel Geld, und dann geht es steil bergab. Preisverteilungen könnten etwas flacher gestaltet werden. Aber viele der Organisatoren sind an einem medienwirksamen Preisgeld für den ersten Platz interessiert statt an einer fairen Verteilung.

Denkst du, die Koreaner werden die WCS Global Finals abermals unter sich ausmachen? Oder können wir eine Überraschung erwarten?

Die besten Spieler der Welt sind nach wie vor Koreaner. Höchstens der Amerikaner Alex „Neeb“ Sunderhaft oder der Finne Joona „Serral“ Sotala kommen im Moment an das Level der Koreaner heran. Ich rechne aber wieder mit einem koreanischen Sieger.

Was sind deine Ziele für 2018?

Die Qualifizierung für die WCS Global Finals.

Was war dein schönster und aufregendster Moment in deiner bisherigen Karriere?

Mein Sieg über Choi „Bomber“ Ji Sung bei der IEM São Paulo, unglaublich gute Matche. Er galt als einer der koreanischen Favoriten für das Turnier und ich konnte mich trotzdem durchsetzen und ins Halbfinale einziehen. Die brasilianischen Fans sind komplett ausgeflippt. Hat sich super angefühlt.

Du hast ja einige Zeit in Südkorea verbracht, was hast du aus dieser Zeit mitgenommen? Gibt es etwas, das du vermisst?

Dass es möglich ist, zehn Stunden am Tag mit Training zu verbringen, wenn man die Disziplin dafür hat, und dass die Bedingungen nicht perfekt sein müssen, um sich zu verbessern. Viele Pro-Gamer, gerade von neueren Spielen, sind meiner Meinung nach sehr verwöhnt, beschweren sich über alle möglichen Kleinigkeiten und wollen, dass alles für sie gemacht wird. SCII-Spieler sind wesentlich selbstständiger und kommen mit schlechteren Bedingungen zurecht als die meisten. Am meisten vermisse ich das Essen in Korea, aber vor zwei Wochen war ich zum Glück wieder mal dort, da konnte ich das noch einmal genießen.

Du bist ja sehr beliebt und für viele auch ein Vorbild. Was würdest du jungen Spielern mitgeben, die eine Karriere als professioneller Spieler anstreben?

Fangt an, so früh wie möglich selbstständig zu handeln. Es gibt nichts Besseres für eine Karriere, als seine eigenen Zustände unter Kontrolle zu haben. Auf dem Weg, Pro-Gamer zu werden, wird euch niemand die Hand halten oder genau vorgeben, was ihr zu tun habt. Meiner Meinung nach sind Disziplin und die Fähigkeit, sein Training und seinen Alltag selbst zu gestalten und darüber Herr zu sein, die wichtigsten Fähigkeiten für jeden, der einen unkonventionellen Berufsweg einschlagen möchte.

Welchen Rat würdest du Gaming-Einsteigern bezüglich der Auswahl ihrer Komponenten geben?

Als Einsteiger würde ich mir über Equipment noch keine so großen Gedanken machen. Man kann auch mit ganz einfachen Komponenten gut spielen. Ich kann mir zwar nicht mehr vorstellen, ohne mein mechanisches Keyboard zu leben, aber am Anfang braucht man nicht das Allerbeste. Eine gute, aber simple Gaming-Maus und ein mechanisches Tenkeyless-Keyboard (kein Numpad, kompakter und besser für die Haltung) sind aber die ersten beiden Sachen, auf die ich empfehle upzugraden.

Für welches Weltuntergangsszenario fühlst du dich am besten vorbereitet? Eine Naturkatastrophe, eine Alieninvasion, Zombies oder einen tödlichen Virusausbruch? Und warum?

Vermutlich der Virusausbruch, ich muss ja schließlich nicht meine Wohnung verlassen, solange ich Internetzugang habe!

ESPORTS: DIE SPORTART DES 21. JAHRHUNDERTS

Der Begriff eSports ist die englische Abkürzung für „elektronischer Sport“ und bezeichnet den professionellen Wettkampf in Computer- und Videospielen. Wie bei anderen Sportarten auch geht es bei eSports um den Wettstreit mit anderen Spielern in einer Disziplin.
Seine Wurzeln hat eSports bereits in den 1970er-Jahren: Damals begannen die ersten Gamer, wettkampfmäßig an Arcade-Automaten zu spielen. Heute bilden Computer- und Videospiele die Basis des digitalen Sports. Aktuell treten Einzelspieler oder Teams vor allem in Games wie „League of Legends“, „Dota 2“, „Counter-Strike: Global Offensive“, „StarCraft II“, „Overwatch“ oder „FIFA“ gegeneinander an. Rund um solche Echtzeit-Strategiespiele, Taktik-Shooter und Sportsimulationen haben sich im Laufe der Jahre zahlreiche nationale und internationale Ligen sowie Turniere etabliert.
Übertragen werden eSports-Turniere derzeit vorwiegend über Online-Streaming-Dienste wie Twitch, Smashcast und Mixer. Auch soziale Netzwerke wie YouTube und Facebook bieten immer häufiger eSports-Übertragungen an, ebenso wie die TV-Sender SPORT1, Sky und Pro7.
eSports hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem Massenphänomen entwickelt. Fußballvereine wie Schalke 04, VfL Wolfsburg oder RB Leipzig besitzen bereits heute eigene eSports-Teams. Bei den Asienspielen 2022 wird eSports eine offizielle Sportart sein. Neben Audi, BMW oder Mercedes-Benz investieren längst auch Marken wie Vodafone, Coca-Cola oder Wüstenrot in den digitalen Sport. Nach aktuellen Prognosen soll sich der Umsatz mit eSports bis 2020 in Deutschland mehr als verdoppeln, auf 130 Millionen Euro. Der weltweite Gesamtumsatz soll in dieser Zeit auf 1,4 Milliarden Euro wachsen. Damit überholt eSports derzeit viele andere Sportarten wie Basketball oder Eishockey.
Geschrieben von Gregory Wintgens

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Wie leben Menschen mit HIV heute? Wie andere auch!

Gesprächsrunde mit Experten – vom Arzt bis zum Pharmaunternehmen.

 

Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer

Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin – Walk in Ruhr (WIR), Dermatologische Klinik, St. Elisabeth Hospital, Ruhr-Universität Bochum

 

Wie sieht die HIV-Prävention 2016 aus?

Die Prävention vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) ist auch 2016  die wichtigste Voraussetzung, um die Zahl der Neuinfektionen zu senken bzw. möglichst frühzeitig die Diagnose zu stellen und die Behandlung zu beginnen. Denn gerade dies macht uns in Deutschland Sorgen: Häufig kommen Betroffene erst mit fortgeschrittenen Infektionen zum Arzt, die Behandlung wird dadurch schwieriger und womöglich haben sich zwischenzeitlich bereits weitere Personen infiziert. Um Infektionsketten zu unterbrechen, müssen wir Versorgungsangebote schaffen, die gut und einfach angenommen werden. In Bochum haben wir das Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin am Katholischen Kinikum Bochum eröffnet, das „Walk In Ruhr – WIR“. Gemeinsam mit der Bochumer Aidshilfe, dem Gesundheitsamt, Pro familia, Rosa Strippe und Madonna richten wir uns vor allem an junge Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund, Sexarbeiterinnen aber auch an die Allgemeinbevölkerung.

Welche Übertragungswege bei HIV sind die häufigsten?

Häufigster Übertragsungsweg ist der Geschlechtsverkehr, in Deutschland meist bei Männern, die Sex mit Männern (MSM) haben, also anal (bei anderen STI auch oral). Zunehmend beobachten wir in der Szene auch das Problem von „ChemSex“, das heißt es werden chemische Drogen beim oder vor dem Sex eingenommen, teils auch intravenös. Kontrollverlust, das Teilen von Nadeln, Unterschätzung des Risikos – all das führt zu einer erhöhten Infektionsgefahr – nicht nur für HIV, sondern auch für andere sexuell übertragbare Infektionen. Das individuelle Risiko kennen, Schutz durch Kondom, Impfungen gegen Hepatitis A und B sowie die HPV-Impfung (humane Papillomviren) bei Mädchen, Jungen und jungen Erwachsenen sind auch in 2016 die wichtigsten Präventionsmethoden. In Bezug auf HIV wird dieses Jahr wahrscheinlich noch die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) zugelassen. Die Einnahme der HIV-Medikamente vor einem Risikokontakt wird jedoch nur für bestimmte Situationen und Menschen mit besonderem Risiko sinnvoll und zu empfehlen sein.

 

Holger Wicht

Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher Deutsche AIDS-Hilfe

 

Wie leben Menschen mit HIV heute?

Wie andere Menschen auch! Seit Mitte der 90er Jahre stehen hoch wirksame Medikamente gegen HIV zur Verfügung. Sie verhindern die Vermehrung des Virus im Körper. Eine Heilung ist noch nicht möglich, aber der Ausbruch der Krankheit Aids lässt sich so verhindern. Menschen mit HIV haben heute eine fast normale Lebenserwartung und alle Chancen für ein erfülltes Leben. Ob Job, Familie, Freizeitaktivitäten, Sexualität – mit einer gut wirksamen Therapie  gibt es kaum Einschränkungen. HIV-Positive können jeden Beruf ergreifen, Marathon laufen oder auf natürlichem Wege Kinder zeugen und zur Welt bringen. Die Medikamente verhindern nämlich auch die Übertragung des Virus. Ist HIV im Blut dauerhaft nicht mehr nachweisbar, kann man sogar auf Kondome verzichten. Voraussetzung für den Therapieerfolg ist, dass man sich rechtzeitig behandeln lässt. Eine wichtige Botschaft lautet daher: Im Zweifel einen HIV-Test machen. Schwulen Männern, die ein höheres Risiko haben, empfehlen wir einen regelmäßigen Test einmal pro Jahr.

Müssen HIV-positive Menschen noch Ausgrenzung fürchten?

Obwohl sich schon viel getan hat, ist Diskriminierung leider immer noch häufig. Am schlimmsten ist es im Gesundheitswesen: Da kann es zum Beispiel vorkommen, dass man keinen Zahnarzttermin bekommt oder nur den letzten am Tag, weil danach angeblich der Behandlungsraum desinfiziert werden muss. Aber auch in der Familie, dem Arbeitsleben oder im Freundeskreis kommt es immer wieder zu Ausgrenzung und Abwertung. Meist sind Ängste vor einer Ansteckung im Spiel – obwohl im Alltag nichts passieren kann. Weil HIV sexuell übertragen wird, schwingen außerdem Tabus und Vorurteile mit. Das heißt es dann manchmal: „Selber schuld!“ oder sogar „Geschieht dir recht!“ Besonders fatal: Stigmatisierung trägt dazu bei, dass Menschen sich aus Angst vor Ablehnung nicht auf HIV testen lassen. 13.000 wissen in Deutschland nichts von ihrer Infektion und erhalten daher keine Therapie. Sie laufen Gefahr, Aids zu bekommen und können das Virus leichter weitergeben.

 

Dirk Lullies

Pressereferent Verband der Privaten Krankenversicherung e.V.

 

Lohnt sich das Präventionsengagement gegen HIV und AIDS?

Auf jeden Fall. Dank der jahrelangen erfolgreichen Präventionsarbeit ist die Neuinfektionsrate in Deutschland stetig gesunken und heute vergleichsweise gering.
Die Private Krankenversicherung hat die Präventionsarbeit gegen HIV und AIDS von Anfang an unterstützt. Dabei geht es nicht nur darum, als Kostenträger das Gesundheitssystem zu entlasten. Die Behandlung jedes HIV-Infizierten verursacht extrem hohe Kosten von durchschnittlich fast 20.000 Euro pro Jahr, denn sie ist mit der lebenslangen Einnahme von Medikamenten verbunden. Das ist sehr viel Geld, das letztlich nicht für die Behandlung anderer Krankheiten zur Verfügung steht. Aber wer HIV ausschließlich auf die finanziellen Folgen für die Solidargemeinschaft reduziert, verkennt die übrigen Dimensionen des Problems.
Noch immer ist AIDS unheilbar und bleibt eine Krankheit, die trotz aller medizinischen Fortschritte großes seelisches, körperliches und auch soziales Leid bedeutet. Die Medikamente sind oft mit Nebenwirkungen verbunden. Daher lohnt sich das Präventionsengagement weiterhin – für die gesamte Gesellschaft, aber insbesondere für jeden einzelnen Menschen, der dadurch eine HIV-Infektion vermeidet.

Wie wichtig ist das Thema Aufklärung in Bezug auf sexuell übertragbare Krankheiten in Deutschland?

Das Wissen über HIV und AIDS ist heute auf einem hohen Niveau. Die meisten Deutschen wissen, wie sie sich schützen können, und benutzen Kondome in Risikosituationen. Trotz aller Präventionserfolge stecken sich aber noch immer jedes Jahr Tausende von Menschen in Deutschland neu mit HIV an. Andere bekommen die Diagnose erst spät gestellt. Und während die HIV-Infektionsrate in der Gesamtbevölkerung vergleichsweise stabil ist, steigen die Infektionszahlen bei anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Daher tut Aufklärung weiter Not. Die Private Krankenversicherung fördert seit mehr als zehn Jahren die erfolgreiche Präventionsarbeit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gegen HIV und AIDS. Man kann sagen, dass Deutschland auch dadurch international als Vorbild gilt.
Mit ihrer neuen Kampagne „Liebesleben“ versucht die BZgA, die Erfolge der HIV-Prävention zu erhalten, zugleich aber das Wissen um andere sexuell übertragbare Infektionen in der Gesamtbevölkerung zu steigern. Die Private Krankenversicherung steht ihr dabei weiter als verlässlicher Partner zur Seite.

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